Die Vorfreude ist groß in Stainz, denn am 2. Mai startet der Stainzer Flascherlzug unter neuer Leitung. Der Verein „Freunde der Stainzerbahn“ hat die Bahn gepachtet, um den Betrieb fortzuführen. Der Landeshauptmann Mario Kunasek wird die Eröffnung mit seinem Besuch würdigen. Bereits jetzt stehen die ersten Fahrten für 2026 auf dem Plan, und auch Sonderfahrten sind nicht ausgeschlossen. Die Eröffnungsfahrt wird von prominenten Gästen begleitet, und es sind noch freie Plätze verfügbar. Weitere Details zur Veranstaltung finden sich in einem Artikel der Kleinen Zeitung.
Die Rettung des Flascherlzugs war keine leichte Aufgabe. Eine Unterschriftenliste mit beeindruckenden 11.600 Unterstützern trug entscheidend dazu bei, die Bahn zu bewahren. Die Situation war kritisch, nachdem der Gemeinderat am 16. Oktober mehrheitlich für die Einstellung des Flascherlzugs gestimmt hatte. Grund dafür waren fehlende finanzielle Mittel, da das Land seine Mitfinanzierung zurückgezogen hatte und die Marktgemeinde Stainz die Kosten nicht allein tragen wollte. Zu den Protagonisten des Vereins gehören Franz Zettl und Helmut Poglitsch, die sich für die Weiterführung des Flascherlzugs einsetzen.
Finanzierung und zukünftige Investitionen
Um langfristig den Betrieb sicherzustellen, wurde ein Businessplan für einen kostendeckenden Fahrbetrieb erstellt. Die Einnahmen sollen aus Ticketverkauf sowie Sponsoren- und Mitgliedsbeiträgen stammen. Freiwillige Helfer werden benötigt, um den Fahrbetrieb zu unterstützen. Der Bürgermeister Karl Bohnstingl zeigt sich optimistisch und hofft auf eine endgültige Entscheidung im Februar. Die künftigen Investitionen, die laut Gemeinderat notwendig sind, umfassen die Renovierung der Remise, Kesselüberprüfungen im Jahr 2027, jährliche Reparaturen sowie Gleiserhaltungsmaßnahmen. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro.
Die Pacht ist mit einem symbolischen Betrag von einem Euro verbunden und umfasst die Strecke, die Remise, Loks, Waggons sowie Material und Fahrnisse. Dies zeigt das Engagement des Vereins und die Hoffnung, die Tradition des Flascherlzugs fortzuführen. Die letzte offizielle Ausfahrt fand an Silvester statt, und die Planungen für den Frühjahrsstart sind bereits in vollem Gange.
Die Rolle des Bundes
Die Zukunft der Schieneninfrastruktur ist auch auf Bundesebene von Bedeutung. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ist die Bewilligungsbehörde für Bundeszuwendungen zur Schieneninfrastruktur. Der Bund finanziert Neubau-, Ausbau- und Ersatzinvestitionen in die Schienenwege, was für Projekte wie den Flascherlzug von großer Bedeutung ist. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der verfügbaren Mittel des Bundeshaushalts und gemäß dem Bedarfsplan für die Bundesschienenwege. Dabei wird darauf geachtet, dass die Mittel effizient und sparsam eingesetzt werden, um eine nachhaltige Nutzung der Schieneninfrastruktur zu gewährleisten. Informationen zu diesen Aspekten sind auf der Website des Eisenbahn-Bundesamts zu finden.
Insgesamt zeigt die Geschichte des Stainzer Flascherlzugs, wie wichtig das Engagement der Bürger und die Unterstützung durch verschiedene Institutionen sind. Die Eröffnungsfahrt am 2. Mai wird für alle Beteiligten ein bedeutender Schritt in eine hoffnungsvolle Zukunft sein.