In den letzten Jahren hat sich das Bild von Tattoos in der Gesellschaft gewaltig gewandelt. Was einst als gesellschaftliches Tabu galt, ist heute in der Süd- und Südweststeiermark zu einem alltäglichen Anblick geworden. Besonders die Betreiber von Tattoo-Studios berichten von einer bunten Mischung aus kuriosen und lustigen Erlebnissen rund um das Tätowieren. Daniel Andrä, der das Studio „Nightmares & Pink Dreams“ in Leibnitz führt, hat eine vielfältige Kundschaft, die von jungen Leuten bis hin zu älteren Menschen reicht, die sich für Tattoos entscheiden. In Gesprächen mit Thomas Tosa, einem der ersten Tätowierer in Österreich, wird schnell klar, dass die Branche voller ungewöhnlicher Geschichten steckt. Die Auftragslage im „Rock and Ink Tattoo“ in Deutschlandsberg, wo Tosa und Pascal Rosmann arbeiten, ist stabil und zeigt, dass Tattoos immer mehr an Beliebtheit gewinnen. So spannend das alles klingt, ist es auch bemerkenswert, dass viele Tätowierer in Österreich keinen klassischen Ausbildungshintergrund haben. Oft starten sie ihre Karriere durch private Kurse oder selbstständiges Praktizieren, was der Branche einen ganz eigenen Charme verleiht. [Quelle]

Die kreative Vielfalt der Tattoo-Kunst

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die Tattoo-Studios, die nicht nur als Orte des Tätowierens fungieren, sondern auch als kreative Plattformen für Künstler. Color To The People, aktiv seit 2016 mit Standorten in Graz und Klagenfurt, bietet maßgeschneiderte Tattoos und veranstaltet Partys sowie Vernissagen – ein echter Kunst-Hotspot! Zudem haben sie ein eigenes Magazin namens „Creations“ ins Leben gerufen, welches die kreative Szene beleuchtet. Die Atmosphäre in diesen Studios ist offen und positiv, ganz ohne Hass und Diskriminierung. Besonders bei sensiblen Tattoo-Entscheidungen, wie etwa bei Tattoos am Hals oder Handrücken, bieten sie umfassende Beratung an. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle, denn hier werden vegane Farben verwendet, die ohne Tierversuche hergestellt sind. Um den Papierkram zu minimieren, hat Color To The People sogar eine App für den Kunden-Registrierungsprozess entwickelt. Die Vielfalt der Tätowier-Stile, die in den Studios angeboten werden, reicht von Realismus über Abstract Comic bis hin zu Floral und Darkwork. Das ist echt faszinierend! [Quelle]

Tattoos und die Gesellschaft

Laut einer aktuellen Umfrage, die im Juni 2024 durchgeführt wurde, haben 27 Prozent der Österreicher ein Tattoo. Besonders auffällig ist, dass mehr als 40 Prozent der unter 35-Jährigen mindestens eine Tätowierung tragen. Der Anteil der tätowierten Personen ist seit 2013 um 8 Prozent gestiegen, was zeigt, dass Tattoos immer mehr aus dem Schatten der Vorurteile treten. Tatsächlich glauben 71 Prozent der Bevölkerung, dass es heutzutage mehr Tätowierungen gibt als früher. Der Sympathiewert gegenüber Tätowierten hat sich jedoch leicht verändert: Während 50 Prozent der Bevölkerung es egal ist, ob jemand tätowiert ist, finden 14 Prozent eine unbekannte Person mit Tätowierung unsympathischer. Dennoch sehen 74 Prozent der tätowierten Personen ihre Tattoos als Ausdruck der Individualisierung. [Quelle]

So zeigt sich, dass die Tattoo-Kultur in Österreich nicht nur in der Süd- und Südweststeiermark floriert, sondern auch über die Grenzen hinaus an Bedeutung gewinnt. Von den kreativen Köpfen in den Studios bis hin zu den individuellen Geschichten der Kunden – die Welt der Tattoos ist bunt, lebendig und vor allem ein Spiegel der Gesellschaft selbst.