Heute ist der 18.06.2026 und in Graz-Umgebung brodelt es. Der Bau der Müllverbrennungsanlage, besser bekannt als das Energiewerk, nimmt Formen an. Der UVP-Bescheid für dieses ambitionierte Projekt wurde nun erteilt, und die Aufregung ist greifbar. Die Anlage soll in der Sturzgasse, neben dem Ressourcenpark, entstehen und hat das ehrgeizige Ziel, nicht recyclefähigen Restmüll aus dem Großraum Graz zu verbrennen. Damit will man Fernwärme und Strom erzeugen – eine Art zweifacher Nutzen, könnte man sagen!

Die Investitionssumme von 250 Millionen Euro ist nicht von Pappe und hat die Gemüter erregt. Das Projekt wurde 2022 wieder aufgegriffen, als die Energiepreise durch die Decke schossen und der Ukraine-Konflikt die Lage zusätzlich komplizierte. Anfänglich gab es kaum Widerstand, lediglich eine kleine Gruppe von Aktivbürgern äußerte Bedenken. Doch jetzt, da die ÖVP immer lauter nach einer Neubeurteilung ruft, wird die Kritik lauter. ÖVP-Klubchefin Anna Hopper fragt im Gemeinderat nach den möglichen Auswirkungen auf die Müllgebühren. Eine berechtigte Frage, wenn man bedenkt, dass die finanziellen Details noch nicht ganz klar sind.

Finanzielle Aspekte und Müllmengen

Finanzstadtrat Manfred Eber von der KPÖ hat jedoch eine klare Botschaft: Höhere Müllgebühren sind nicht zu erwarten. Er betont, dass das Energiewerk sich finanziell selbst tragen soll, dank Einsparungen bei externen Entsorgungsleistungen und zusätzlichen Einnahmen. Tatsächlich hat die Energie Graz bereits Verträge mit Abfallwirtschaftsverbänden aus vier steirischen Bezirken abgeschlossen – Bruck-Mürzzuschlag, Leibnitz, Deutschlandsberg und Graz-Umgebung. Das sorgt für eine gesicherte Müllmenge. Insgesamt soll die Anlage auf die Verbrennung von 118.000 Tonnen Müll pro Jahr ausgelegt sein, was in Anbetracht der jährlichen Produktion von etwa 50.000 Tonnen Restmüll und 20.000 Tonnen Sperrmüll in Graz eine beachtliche Menge ist.

Allerdings rufen kritische Stimmen die Sorgen um Emissionen in Erinnerung. Schwermetalle und Feinstaub – das sind die Bedenken der Skeptiker. Michael Hierzenberger, der Projektleiter, stellt klar, dass die volle Leistung der Anlage nur an sehr kalten Wintertagen benötigt wird. Dennoch bleibt ein Fragezeichen über die wirtschaftliche Rentabilität, insbesondere wenn die Müllmengen sinken sollten. Eber hat versichert, dass auch für Fernwärmekunden keine Preiserhöhungen anstehen – da bleibt nur zu hoffen, dass alles so bleibt, wie es ist.

Der Bau und die Zukunft des Energiewerks

Der Baubeschluss durch den Gemeinderat soll bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erfolgen, abhängig von den Mehrheitsverhältnissen. Die Bauphase ist für 2027 bis 2029 geplant, mit einer Inbetriebnahme, die für 2030 angesetzt ist. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die Anlage voraussichtlich 180 GWh Fernwärme pro Jahr erzeugen, was etwa 18 Prozent des Gesamtbedarfs in Graz entspricht. Bürgermeisterin Elke Kahr von der KPÖ betrachtet das Energiewerk sogar als eine Bedingung für die Koalitionsvereinbarungen.

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Die Aufregung und Unsicherheiten bleiben, aber eines ist klar: Graz steht an einem Wendepunkt in seiner Energieversorgung. Ob das Energiewerk wirklich das Herzstück der Energieversorgung wird oder ob es zu einem umstrittenen Projekt avanciert, bleibt abzuwarten. Und während die Diskussionen weitergehen, hoffen die Grazer auf eine positive Entwicklung – und darauf, dass die Müllgebühren nicht durch die Decke gehen.

Mehr Informationen dazu finden Sie in den Artikeln von Kleine Zeitung und Mein Bezirk.

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