Die Industriellenvereinigung (IV) hat kürzlich ihr ambitioniertes Paket „Graz, mach was!“ vorgestellt. Damit soll Graz zur „Investitionsmetropole“ aufsteigen. Ein großes Ziel, das nicht nur den Wirtschaftsstandort selbst, sondern auch die Lebensqualität der Grazer Bevölkerung verbessern könnte. Der Maßnahmenkatalog umfasst dabei wichtige Bereiche wie Produktion, Verwaltung und Bildung. Interessanterweise hat Graz zwar ausgezeichnete Voraussetzungen als Forschungsstandort, wird jedoch nicht unbedingt als industrieller Hotspot wahrgenommen. Tatsächlich sind nur rund 30.000 der 200.000 Beschäftigten in Graz direkt in der Industrie tätig. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass Industriejobs im Schnitt 600 bis 900 Euro mehr als der Durchschnitt zahlen!

Die kommunalen Steuerbelastungen sind in Graz von 2015 bis 2024 um 59% gestiegen, während es im Umland sogar 82% waren. Das ist ein ganz schöner Brocken! IV-Präsident Kurt Maier hat sich deshalb für ein gemeinsames Zukunftsbild und eine Standortpartnerschaft mit dem Land Steiermark ausgesprochen. Er fordert, dass die neue Rathaus-Koalition auch die Umlandgemeinden mit einbezieht. Es ist klar, dass Graz die längste Verfahrensdauer bei Genehmigungen in Österreich hat – etwa zwei Jahre. Das sollte sich ändern, damit die Stadt zur schnellsten Genehmigungsstadt avanciert.

Ein Innovationsschub für Graz

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regionale Kooperation mit den Umlandgemeinden. Diese soll überregionale Verkehrsprojekte und den Grazer Flughafen als Verkehrshub umfassen. IV-Geschäftsführer Christoph Robinson hat auch darauf hingewiesen, dass die Wirtschaftspolitik in der Stadtpolitik bislang kaum eine Rolle spielt. Der Katalog wurde übrigens auf Basis von Interviews mit IV-Mitgliedern erstellt, was die Relevanz der Vorschläge unterstreicht. Maier hofft auf eine positive Resonanz seitens der Stadtregierung.

In diesem Kontext kommt der Innovationspark ins Spiel. Er kombiniert städtische Nähe mit gewidmeten Industrieflächen und einer funktionalen Verkehrsanbindung. Ursprünglich hatte Johann Puch vor 120 Jahren von diesem Gelände aus den Weltmarkt für Fahrräder und Nutzfahrzeuge erobert. Innovation war damals der Schlüssel zum Erfolg und heute ist es nicht anders. Digitalisierung und Elektronik sind entscheidend für neue Produkte, Dienstleistungen und die Energiewende. Es ist spannend zu sehen, dass fast alle Betriebe im Innovationspark sich auf Forschung, Entwicklung und Umsetzung von Umwelttechnologien konzentrieren. Hier trifft man auf eine bunte Mischung aus wachsenden Start-Ups, international tätigen Mittelstandsunternehmen und Weltkonzernen.

Wirtschaftsstrategie für die Zukunft

Die steirische Wirtschaftspolitik hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie will die Steiermark zur führenden europäischen Region für wissensbasierte Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft machen. Mit dem Leitgedanken „Wachstum durch Innovation“ wurde die Wirtschaftsstrategie Steiermark 2020 (WIST 2020) im Landtag beschlossen. Diese Strategie wird nun, angepasst an die sich ändernden Rahmenbedingungen, weiterentwickelt. Die WIST 2025 zielt darauf ab, eine konstante Erneuerung und Anpassung an neue Herausforderungen zu gewährleisten.

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Ein zentraler Punkt der neuen Strategie ist die Fokussierung auf drei Leitthemen: Mobility, Green-Tech und Health-Tech. Dabei wird auch die Bedeutung der Standortentwicklung und des Managements betont. Es bleibt spannend, wie Graz und die Region Steiermark diese Visionen umsetzen werden. Die Herausforderungen sind groß, aber das Potenzial ist ebenso beeindruckend. Die Bürger und Unternehmer der Region dürfen auf eine vielversprechende Zukunft hoffen. Wenn man sich die aktuellen Entwicklungen ansieht, könnte Graz bald in einem ganz neuen Licht erstrahlen.