Heute ist der 22.04.2026 und die Situation in Graz bezüglich Krisenpflegeeltern ist alles andere als rosig. Kinder unter zwölf Jahren, die aufgrund von Missbrauch, extremer Vernachlässigung oder anderen dramatischen Umständen aus ihren Familien genommen werden, finden häufig nur unzureichend Platz bei Krisenpflegeeltern. Aktuell gibt es in Graz nur 14 ausgebildete Krisenpflegeeltern, viele von ihnen sind bereits über 60 Jahre alt. Diese besorgniserregende Entwicklung steht im Kontrast zu den 1990er-Jahren, als Graz als Vorreiter bei der Abschaffung von Säuglingspflegeheimen galt, nun jedoch als Nachzügler dasteht.

In der Steiermark sind derzeit 46 Kinder in Krisenpflege untergebracht, davon 16 in Graz. Lediglich fünf dieser Kinder können jedoch in Graz selbst betreut werden. Dies wirft Fragen zur Zukunft der Krisenpflege in der Region auf. Familienstadträtin Claudia Unger (ÖVP) hat bereits Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Krisenpflegeeltern gefordert, um die prekäre Lage zu entschärfen. Derzeit erhalten Krisenpflegeeltern lediglich 692 Euro monatlich für die Kosten des Pflegekindes sowie 640,68 Euro Honorar, jedoch nur bei tatsächlicher Betreuung eines Kindes.

Herausforderungen und Vorschläge

Die unzureichende finanzielle Unterstützung, die fehlende Planbarkeit und die mangelnde sozialrechtliche Absicherung stellen große Herausforderungen für Krisenpflegeeltern dar. Unger schlägt vor, diese Eltern mit 17 Wochenstunden anzustellen, um eine soziale Absicherung zu gewährleisten. Bei einem Pflegekind könnte dies ein Gehalt von 1.380 Euro brutto und bei zwei Pflegekindern 2.050 Euro brutto plus 692 Euro Ausgabeentschädigung bedeuten. Das Konzept würde jedoch rund 250.000 Euro jährlich kosten, was zusätzliche Finanzierungsquellen nötig macht.

Die Eignung von Pflegeeltern wird von der Stadt geprüft, wobei psychische Stabilität, Belastbarkeit und Flexibilität zu den Voraussetzungen gehören. Unger hat ihr Modell bereits Soziallandesrat Hannes Amesbauer vorgestellt, jedoch steht eine Rückmeldung noch aus. In Salzburg existiert bereits ein eigenes System für Krisenpflegeeltern, das Unger als mögliche Lösung für Graz ansieht.

Der Weg nach vorne

Um die dringend benötigten Verbesserungen für Pflegeeltern zu erarbeiten, hat Soziallandesrat Amesbauer eine Arbeitsgruppe „Pflegekinderwesen“ eingerichtet. Es bleibt zu hoffen, dass durch die Zusammenarbeit und die Entwicklung neuer Konzepte die Situation für Krisenpflegeeltern und die betreuten Kinder in Graz nachhaltig verbessert werden kann. Die Herausforderungen in der Krisenpflege erfordern ein starkes und koordiniertes Handeln aller Beteiligten, um den betroffenen Kindern ein sicheres und liebevolles Zuhause bieten zu können.

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Für weitere Informationen und Details zu dieser Thematik lesen Sie bitte auch den Artikel auf Kleine Zeitung.