In der Steiermark tut sich etwas Spannendes! Sechs Schulklassen aus drei Schulen arbeiten aktuell mit dem internationalen Ensemble „Schallfeld“ an einem ganz besonderen Projekt: einer Oper, die alles andere als klassisch ist. Die „Vielleicht-Oper“ verzichtet auf die üblichen Konventionen wie traditionelle Sängerinnen und ein Orchester. Stattdessen kommen Alltagsgegenstände wie Vogelpfeifen, Gläser, Besteck und Küchengeräte zum Einsatz. Das klingt nicht nur aufregend, sondern öffnet auch ganz neue kreative Horizonte für die Schülerinnen und Schüler.
Die Geschichte selbst wird nicht gesungen, sondern erzählerisch vorgetragen. Im Mittelpunkt steht das Stück „L’opera (forse)“ von Francesco Filidei, das die tragikomische Liebesgeschichte eines Vogels und eines Fisches erzählt. Dabei werden die Schüler:innen nicht nur Zuhörer, sondern entwickeln eigene Beiträge, die auf dem Grundgerüst des Stücks basieren. Es ist faszinierend zu sehen, wie die dritten Klassen der MS Frohnleiten sich mit „Neuer Musik“ auseinandergesetzt haben und erste Szenen skizzieren. Ein bisschen wie ein kreatives Experiment, bei dem die Grenzen des Gewohnten gesprengt werden.
Ein Experiment in der Kunst und Kultur
Die Koordination des Projekts obliegt dem Schallfeldensemble, das auch Workshops leitet. Dort werden die Schülerinnen und Schüler in die Geheimnisse der Musikproduktion eingeführt. Margarethe Maierhofer-Lischka und Elisa Azzara zeigen ungewöhnliche Klänge und Geräusche mit ihren Instrumenten vor – eine echte Ohrenweide! Es geht nicht nur um Musik; das Projekt fördert auch die Berufsorientierung im Bereich Kunst und Kultur. Die Jugendlichen lernen praxisnah, wie professionelle Produktionen entstehen und können ihre Interessen und Fähigkeiten einbringen. Was für eine tolle Möglichkeit!
Die MS Frohnleiten arbeitet an ihrer spezifischen Umsetzung der „Vielleicht-Oper“, während die MS Albert Schweitzer und die MS Edelschrott ihre eigenen Performances und experimentellen Musikstücke vorbereiten. Das Ergebnis dieser kreativen Prozesse wird in einem abwechslungsreichen Konzertprogramm präsentiert, das im Theater am Ortweinplatz stattfinden soll. Und das Beste ist: Teile der kreativen Ideen werden bei öffentlichen Vorstellungen ab dem 23. Juni zu sehen sein. Da kann man sich schon mal einen Platz reservieren!
Eine Plattform für musikalische Entdeckungen
Doch was steckt hinter dieser aufregenden Auseinandersetzung mit neuer Musik? Das Projekt ist Teil eines größeren Trends, der Schüler:innen in die Welt der zeitgenössischen Musik einführt. Die Plattform „Abenteuer Neue Musik“ bietet eine musikalische Entdeckungsreise für Lernende. Dort finden sich Ideen und Tipps zur Auseinandersetzung mit neuer Musik sowie zur Umsetzung eigener Projekte. Ausgangspunkt sind Porträt-CDs der Edition Zeitgenössische Musik, die vom Deutschen Musikrat zur Förderung junger Komponist:innen herausgegeben werden. Das ist ein echter Schatz für alle, die sich näher mit Musik befassen möchten.
Musikpädagog:innen haben Konzepte zu ausgewählten Werken entwickelt und laden Komponist:innen in Schulen ein, um einen direkten Kontakt zur Musik zu schaffen. Das fördert nicht nur das kreative Denken, sondern auch die Begeisterung für Musik in ihrer modernsten Form. Es ist einfach toll zu sehen, wie diese Initiativen in der Steiermark und darüber hinaus fruchten und das Interesse junger Menschen an Kunst und Kultur wecken.