Graz, die Stadt, die für ihre lebendige Kultur und wunderschönen Altbauten bekannt ist, wird am 20. Juni einen ganz besonderen Tag erleben. Der „Lange Tag der Energie“ lädt alle Interessierten ein, mehr über die faszinierenden Möglichkeiten der Fernwärmeversorgung zu erfahren. Organisiert von Energie Graz, findet die Veranstaltung an der Übergabestation der Abwärmenutzung der Firma Sappi in der Wasserwerkgasse in Andritz statt. Dieser Ort ist seit November 2017 ein Symbol für nachhaltige Energiegewinnung in der Region.

Die Führungen sind ein echtes Highlight. Sie beginnen um 10 Uhr und 11 Uhr und dauern jeweils eine Stunde. Im ersten Teil dreht sich alles um die Fernwärmeversorgung von Graz – was war, was ist und was sein könnte. Anschließend geht es auf einen Rundgang, bei dem die Teilnehmer die beeindruckende Thermosolaranlage der Firma Solid sowie die Übergabestation besichtigen können. Wer daran teilnehmen möchte, findet einen Anmeldelink auf der Website von Energie Graz. Es wird spannend, denn zahlreiche Experten werden vor Ort sein, darunter Dieter Thyr, Geschäftsführer der Energieagentur Steiermark, und Alice Loidl, Vorstandsdirektorin von Holding Graz.

Fernwärme in der Steiermark – eine lange Tradition

Fernwärmenutzung hat in der Steiermark, insbesondere in Graz, eine lange Tradition. Die Bedeutung dieser nachhaltigen Energiequelle wird immer größer. Im Jahr 2024 wird der energetische Endverbrauch von Fernwärme in der Steiermark auf 10,2 PJ steigen, was etwa 5,7 % des gesamten Endenergieverbrauchs ausmacht. Dabei ist der Anteil der Biomasse an der Fernwärmeaufbringung von 25 % im Jahr 2005 auf beeindruckende 61 % im Jahr 2024 gestiegen. Das zeigt, wie sehr sich die Region um einen umweltfreundlicheren Energiemix bemüht.

Erdgas bleibt dennoch ein wesentlicher Energieträger, mit 2,1 PJ aus Heizwerken und 2,3 PJ aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen im Jahr 2024. Fossile Energieträger wie Öl und Kohle verlieren jedoch zunehmend an Bedeutung – Öl wird nur noch vereinzelt als Ausfallsreserve eingesetzt, während Kohle praktisch keine Rolle mehr spielt. Kleinere Anteile kommen von Solaranlagen, Wärmepumpen, Geothermie und brennbaren Abfällen. Interessanterweise hat Graz einen Anteil von rund 40 % an der gesamten Fernwärmebereitstellung der Steiermark.

Regulative und zukünftige Entwicklungen

Was die Stadtplanung angeht, sind die Gemeinden in Österreich verpflichtet, einen Fernwärmeanschlussbereich festzulegen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Graz hat in Zusammenarbeit mit der Steiermärkischen Landesregierung und Energie Graz 54 Teilgebiete ausgewählt, die für einen verpflichtenden Fernwärmeanschluss in Frage kommen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Energiezukunft.

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Die Veranstaltung am 20. Juni bietet nicht nur Einblicke in die Technik und die Hintergründe der Fernwärmeversorgung, sondern auch eine Plattform für Diskussionen über die zukünftigen Schwerpunkte der Energiepolitik. Die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger und die Nutzung industrieller Abwärme stehen dabei ganz oben auf der Agenda. Es bleibt spannend, wie sich die Energieversorgung in Graz und der Steiermark weiterentwickeln wird – und der „Lange Tag der Energie“ ist ein hervorragender Anlass, um sich darüber zu informieren.

Für weitere Informationen und zur Anmeldung besuchen Sie bitte die Website von Energie Graz: Energie Graz.