Volkshilfe radelt gegen Kinderarmut: Tausende in Kärnten betroffen!
Am 11. Juni 2025 machte die „Tour de Chance“ Halt in Kärnten und setzte ein starkes Zeichen gegen Kinderarmut. Bereits im vierten Jahr radeln die Aktiven der Volkshilfe quer durch Österreich, um auf das wichtige Thema aufmerksam zu machen. In Kärnten sind schätzungsweise rund 17.000 Kinder von Armut betroffen, was die Dringlichkeit der Initiative unterstreicht. Geschäftsführer der Volkshilfe Kärnten, Jürgen Pfeiler, betont die Notwendigkeit, gegen Kinderarmut vorzugehen und soziale Gerechtigkeit zu fördern.
Die Etappe führte von Spittal über Paternion nach Villach. Die Volkshilfe wird in ihrem Engagement von der Paracyclerin Svetlana Moshkovich begleitet, die sich im Jahr 2025 einen Handbike-Weltrekord vorgenommen hat. Bei den Zwischenstopps präsentierten sich Volksschulkinder, Unterstützer*innen und Funktionär*innen, die das Anliegen gemeinsam unterstützten. Ein bewegender Moment war das Steigenlassen schwarzer Luftballons, der den Opfern des tragischen Amoklaufs von Graz gewidmet war.
Daten zur Kinderarmut in Österreich
<pLaut einer aktuellen OECD-Studie sind etwa 13 Prozent der Kinder in Österreich von Einkommensarmut betroffen, was über dem OECD-Durchschnitt von 12,4 Prozent liegt. Zudem zeigt die Studie, dass 18 Prozent der Kinder von mindestens einem Indikator sozialer Benachteiligung betroffen sind. Obwohl Österreichs Eltern mit der Gesundheitsversorgung ihrer Kinder größtenteils zufrieden sind, gibt es signifikante Herausforderungen, insbesondere im Bereich der frühkindlichen Bildung und der Kinderbetreuung, wo der Anteil der Ausgaben nur 0,5 Prozent des BIP beträgt.
Jedes fünfte Kind in Österreich ist zurzeit von Armut oder Ausgrenzung betroffen, wie die Volkshilfe hervorhebt. Trotz politischer Ankündigungen zur Bekämpfung der Kinderarmut sind die Zahlen besorgniserregend geblieben. Der Direktor der Volkshilfe Österreich, Erich Fenninger, fordert eine rasche und effiziente Umsetzung der angekündigten Kindergrundsicherung sowie Maßnahmen zur Bekämpfung der Benachteiligungen im Alltag von Kindern und Jugendlichen.
Folgen der Kinderarmut
Die soziale Benachteiligung in der Kindheit hat weitreichende Folgen, die bis ins Erwachsenenleben nachwirken. Die gesellschaftlichen Folgekosten von Kinderarmut belaufen sich auf schätzungsweise 17,2 Milliarden Euro pro Jahr, was 3,6 Prozent des österreichischen BIP entspricht. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf individuelle Einkommen, sondern auch auf den Staatshaushalt, der durch entgangene Steuereinnahmen und Sozialabgaben hohe Verluste verzeichnet.
Der Tag der „Tour de Chance“ dient nicht nur dem Gedenken an die Opfer von Gewalttaten, sondern ist auch ein Appell an die Politik und die Gesellschaft, gemeinsam gegen Kinderarmut zu kämpfen. Initiativen wie diese sind essenziell, um die Lebensbedingungen von Kindern nachhaltig zu verbessern und Perspektiven für eine gerechtere Zukunft zu schaffen.
Für weitere Informationen über die Aktivitäten und Anliegen der Volkshilfe besuchen Sie bitte klick-kaernten.at, für Details zur Tour meinbezirk.at und zur OECD-Studie auf sozialministerium.gv.at.
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