Am 27. Mai 2026 war es endlich so weit: Das VinziNest in der Grazer Maria-Stromberger-Gasse 14 wurde nach drei Jahren intensiver Sanierungsarbeiten wieder eröffnet. Die Feierlichkeiten dazu waren nicht nur ein freudiger Anlass, sondern auch eine Ehrung für all die Unterstützerinnen, die die Generalsanierung möglich gemacht haben. Das VinziNest, das seit 1992 als Notschlafstelle für Armutsmigranten fungiert und Teil der Grazer Wohnungslosenhilfe ist, kann nun wieder Menschen in Not einen sicheren Ort bieten.
Die Notwendigkeit für die umfassende Generalsanierung war unübersehbar. Die Bausubstanz war stark beschädigt, und die Entscheidung zur Sanierung wurde 2022 unter der Leitung des VinziWerke-Gründers Pfarrer Wolfgang Pucher getroffen. Während der Bauarbeiten, die von 2024 bis 2026 dauerten, wurden die Einrichtungen in ein Übergangsquartier in Liebenau verlegt. Die Sanierung selbst umfasste eine Vielzahl an Verbesserungen, die darauf abzielten, die Lebensqualität der Bewohnerinnen zu erhöhen und den modernen Standards gerecht zu werden.
Ein Zuhause für Bedürftige
Mit dem VinziSchutz kann die Einrichtung in der kalten Jahreszeit bis zu 120 Menschen täglich beherbergen. Jährlich gibt es zwischen 16.000 und 18.000 Nächtigungen in den Einrichtungen, was die Bedeutung des VinziNests für die Grazer Gemeinschaft unterstreicht. Die Wiedereröffnung war ein Anlass, um die Wichtigkeit dieser sozialen Einrichtung zu betonen. Prominente Gäste, darunter Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und Bürgermeisterin Elke Kahr, hoben die Rolle des VinziNests für den sozialen Zusammenhalt hervor. Sie betonten, wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung zu bieten.
Die finanziellen Mittel für die Sanierung kamen aus verschiedenen Quellen, darunter Förderungen des Landes Steiermark (600.000 Euro), der Stadt Graz (400.000 Euro) und der Diözese Graz-Seckau (500.000 Euro). Zudem gab es umfassende Förderungen über „NextGenerationEU“, die 571.000 Euro für die Sanierung und 274.000 Euro für Umweltschutzmaßnahmen bereitstellten. Allerdings überschritten die tatsächlichen Kosten des Projekts von ursprünglich 2,9 Millionen Euro auf mindestens 3,8 Millionen Euro. Damit ist klar, dass Spenden dringend benötigt werden, um die VinziWerke langfristig abzusichern.
Moderne Standards für das VinziNest
Die Sanierung brachte auch zahlreiche Verbesserungen mit sich, wie beispielsweise barrierefreien Zugang, eine zentrale Belüftungsanlage, ausreichend Nasszellen, Fußbodenheizung und neue Aufenthaltsräume. Die neuen Raumaufteilungen bieten mehr Privatsphäre und Komfort, was für die Bewohnerinnen von großer Bedeutung ist. Die Installation von Photovoltaikanlagen und die Begrünung des Innenhofs sind weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit. Sicherheit wurde ebenfalls großgeschrieben: Verbesserungen im Brandschutz und neue Fluchtwege wurden eingerichtet.
VinziNest-Leiter Ingo Sommer ist begeistert von den Ergebnissen der Sanierung. Er betont, dass die Notschlafstelle nun modernen Standards entspricht und mehr Komfort bietet. Das ist besonders wichtig, denn die Wohnberatung und Wohnbegleitung des Sozialamts in Graz setzt sich für den Erhalt und die Sicherung von Wohnraum ein. Die Angebote richten sich an wohnungslose Personen sowie an jene, die Schwierigkeiten beim Erhalt ihrer Wohnung haben. Unterstützt werden sie durch Informationen, Beratung und Begleitung, um den Weg zu einem selbständigen Leben zu ebnen.
Mit der Wiedereröffnung des VinziNests wurde ein weiterer Schritt in Richtung einer solidarischen und unterstützenden Gemeinschaft in Graz getan. Die Einrichtung wird auch in Zukunft ein wichtiger Anlaufpunkt für viele Menschen sein, die in schwierigen Zeiten Hilfe benötigen. Die Stadt Graz und ihre Bürgerinnen haben die Bedeutung von sozialem Zusammenhalt und Unterstützung einmal mehr unter Beweis gestellt.
