Freibäder in der Region Hartberg-Fürstenfeld: Bürgermeister fordern stärkere Unterstützung für Schwimmkurse und Erhalt
Heute, am 21. Juli 2026, sind die Freibäder in der Region Hartberg-Fürstenfeld mehr denn je in den Fokus gerückt. Vor kurzem luden vier Bürgermeister aus St. Johann in der Haide, Neudau, Lafnitz und Rohrbach an der Lafnitz zu einem Pressetermin im Freibad Wald- und Sonnenbad St. Johann in der Haide ein. Ihr Ziel? Eine stärkere finanzielle Unterstützung des Landes für die Erhaltung der Freibäder und die Förderung von Schwimmkursen für Kinder.
Besonders besorgniserregend ist die steigende Zahl an Nichtschwimmern und die damit verbundenen Badeunfälle. Wolfgang Dolesch, ein engagierter Bürgermeister, betonte, dass Schwimmen lernen eine elementare Fähigkeit für Kinder darstellt und dass die Gemeinden nicht allein für die Freibäder verantwortlich sein können. Diese Orte sind nicht nur ein Ort zum Abkühlen – wir denken schließlich an den Klimawandel – sondern auch gesellschaftliche Treffpunkte. Doch die Realität sieht anders aus: Die Gemeinden kämpfen mit finanziellen Problemen, da viele Freibäder als Abgangsbetrieb geführt werden.
Schwimmkurse in Lafnitz und Neudau
In Lafnitz gibt es bereits positive Ansätze. Dort werden kostenlose Schwimmkurse in Kooperation mit ASKÖ Burgenland angeboten. Seit 2022 haben fast 400 Kinder das Schwimmen erlernt – eine beeindruckende Zahl! Aufgrund der hohen Nachfrage wird 2023 sogar erstmals ein dritter Schwimmkurs angeboten. Die SPÖ-Bezirksorganisation übernimmt die Kosten für diese wertvolle Initiative. Auch in Neudau wurden kostenlose Schwimmkurse angeboten, die von der Gemeinde finanziert wurden. Solche Programme sind dringend notwendig, um der wachsenden Zahl an Nichtschwimmern entgegenzuwirken.
Die Situation ist jedoch nicht nur ein lokales Problem. In Deutschland, wo Schwimmmeister wie Rico Koslowski, der über 20 Jahre Erfahrung hat, alarmiert sind, zeigt sich ein ähnliches Bild. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind im Wasser unsicher. Der Bundesverband der Deutschen Schwimmmeister fordert, dass unter 16-Jährige ohne Schwimmabzeichen nur in Begleitung eines Elternteils ins Freibad dürfen. Das wirft Fragen auf, denn die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) kritisiert diese Maßnahme und plädiert stattdessen für mehr Schwimmausbildung statt Verbote.
Die Herausforderung der Schwimmfähigkeiten
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Schätzungen zufolge können 60 bis 70 Prozent der Kinder nicht richtig schwimmen. Diese besorgniserregende Entwicklung ist nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland zu beobachten. Die nachlassende Qualität des Schulschwimmens wird ebenfalls kritisiert, und der Druck auf Schwimmlehrer ist enorm – oft betreuen vier Schwimmlehrer bis zu 65 Kinder pro Stunde. Da bleibt kaum Zeit für individuelle Förderung.
Die DLRG Thüringen hat daraufhin Vorschläge gemacht, um die Situation zu verbessern. Ein Dialog mit der Politik zur Verbesserung der Schwimmhallenzeiten und des Schwimmunterrichts könnte hier Abhilfe schaffen. Auch die Möglichkeit für Jugendliche, eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer zu machen, steht im Raum. Es ist klar, dass die Schwimmfähigkeit von Kindern und Jugendlichen ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt und dringender Handlungsbedarf besteht.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Initiativen in Lafnitz und Neudau zeigen, dass es auch positive Ansätze gibt. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Notwendigkeit eines umfassenden Schwimmausbildungsprogramms erkennen und die Freibäder als wichtige Einrichtungen in der Gemeinschaft wertschätzen. Denn Schwimmen lernen ist nicht nur überlebenswichtig, sondern auch ein Stück Lebensfreude, das wir unseren Kindern nicht vorenthalten sollten.
Für weitere Informationen zu diesem Thema, schauen Sie sich gerne die vollständigen Berichte an: [Mein Bezirk](Mein Bezirk) und [MDR Nachrichten](MDR).
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