In Hartberg-Fürstenfeld gibt es ein wichtiges Angebot für Kinder, die Unterstützung benötigen: Die Frühförderung von Jugend am Werk Steiermark. Diese Initiative richtet sich an Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen und findet im gewohnten Umfeld der Kinder statt. Das Besondere daran? Je früher die Unterstützung einsetzt, desto besser stehen die Chancen für eine positive Entwicklung. Ein Beispiel, das zeigt, wie wichtig das ist, ist die vierjährige Lena S. Sie wird seit ihrem Babyalter von der Frühförderin Elisabeth Rauer unterstützt, nachdem sie zu früh geboren wurde und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit hat. Gemeinsam durchqueren sie einen Hindernisparcours, der Lenas Motorik und kognitive Fähigkeiten fördert.
Die Frühförderung fokussiert sich nicht nur auf die Fähigkeiten, die den Kindern schwerfallen, sondern auch auf ihre Stärken. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Frühförderinnen eng mit den Eltern zusammenarbeiten und Förderideen an die häusliche Umgebung anpassen. Dabei agieren sie oft auch als „Übersetzerinnen“ für medizinische Fachbegriffe, um den Familien durch den Dschungel der Informationen zu helfen. Die Zusammenarbeit mit Fachkräften aus verschiedenen Disziplinen, wie Physiotherapeuten und Logopäden, ist ebenfalls ein zentrales Element – das sorgt für eine umfassende Unterstützung.
Die Bedeutung der Frühförderung
Früherkennung und frühe Förderung sind entscheidend, um Beeinträchtigungen zu vermeiden oder deren Folgen zu mildern. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von null bis sechs Jahren, die von (drohender) Behinderung betroffen sind. Interessanterweise ist die Frühförderung für Eltern kostenlos, unabhängig von Einkommen oder Vermögen. Ein familienorientierter Ansatz stellt sicher, dass auch die Unterstützungsbedarfe der gesamten Familie berücksichtigt werden. Die Finanzierung erfolgt durch verschiedene Leistungsträger wie die Krankenversicherung oder die Eingliederungshilfe – wobei es manchmal zu Streitigkeiten zwischen diesen kommen kann. Diese sollten jedoch nicht zu Lasten der betroffenen Kinder und Eltern gehen.
Die Leistungen der Frühförderung sind vielfältig und umfassen medizinische, psychologische sowie pädagogische Hilfen. Dazu zählen Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie. Übrigens, die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, die Fördermaßnahmen zeitnah und koordiniert einzuleiten. Ein Arzt führt zu Beginn eine Früherkennung und Diagnostik durch, gefolgt von der Entwicklung eines individuellen Förder- und Behandlungsplans. Die Unterstützung erstreckt sich nicht nur auf therapeutische Angebote, sondern umfasst auch Beratung für die Eltern und Hilfe bei der Gestaltung des Alltags.
Ein Blick in die Zukunft
Die interdisziplinäre Frühförderung hat sich seit ihrer Gründung 1982 durch die Vereinigung für Interdisziplinäre Frühförderung e.V. international einen Namen gemacht. Ihr ganzheitlicher, systemisch-ökologischer Ansatz ist wegweisend. Fachkräfte aus medizinischen und pädagogisch-psychologischen Disziplinen arbeiten dabei eng zusammen. Das Ergebnis? Familienorientierte Diagnostik, Frühpädagogik und Therapie, die auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind. Es gibt sogar eine Fachzeitschrift mit dem Titel „Frühförderung interdisziplinär“, die seit 1982 erscheint und wertvolle wissenschaftliche Grundlagen sowie praktische Erfahrungen in der frühen Kindheit bietet.
In Hartberg-Fürstenfeld und darüber hinaus ist die Frühförderung ein unverzichtbarer Bestandteil der Unterstützung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen, sollten unbedingt den Kinderarzt konsultieren. Denn mit einer ärztlichen Empfehlung kann ein Antrag auf Frühförderung bei der Bezirkshauptmannschaft gestellt werden. Bei positiver Bescheidung ist die Förderung dann kostenlos. Ein wichtiges Angebot, das vielen Familien hilft, die Herausforderungen des Alltags zu meistern und den Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.