In Hartberg-Fürstenfeld haben Schüler:innen der dritten Klassen der Mittelschule Fürstenfeld kürzlich an einer spannenden „Geschichte-Werkstatt“ teilgenommen. Unter der Leitung von Geschichtelehrer Otmar Brandweiner tauchten die Jugendlichen in die Neuzeit ein, genauer gesagt in den Zeitraum von 1453 bis 1918. Zwei Monate lang beschäftigten sie sich intensiv mit verschiedenen historischen Themen, und das Ergebnis ihrer Arbeit wurde in Form von Plakaten festgehalten. Es war beeindruckend zu sehen, wie viel Engagement und Kreativität in die Projekte geflossen sind!
Die Abschlusspräsentation war ein wahrer Höhepunkt. Eine Fachjury, bestehend aus Gaby Jedliczka (Kuratorin des Museums Pfeilburg), Karl Amtmann (Obmann des Museumsvereins Fürstenfeld), Franz Timischl (ehemaliger Lehrer und Historiker) und Hans Wagner (Religionslehrer), bewertete die Ergebnisse der Schüler:innen. Die Spannung war greifbar, als die Klassensieger:innen verkündet wurden. Emilia Märcz aus der 3a konnte mit ihrem Thema „Renaissance in Florenz“ überzeugen, während Ben Schmidl aus der 3b Johannes Kepler und die wissenschaftliche Revolution zum Klassensieger machte. In der 3c war Lara Schranz mit dem „Sturm auf die Bastille“ erfolgreich. Das beste Plakat erhielt Leah Valentina Simandl-Samer, und auch die Schwestern Amalija und Kristina Kasanic durften sich über eine Auszeichnung freuen. Direktor Gerhard Jedliczka gratulierte den Teilnehmer:innen herzlich zu ihren Leistungen und ermutigte sie, weiterhin so kreativ und engagiert zu arbeiten. Mehr zu diesem tollen Projekt finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.
Ein Blick über die Schulgrenzen hinaus
Solche Projekte sind nicht nur für die Schüler:innen von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Bildungsgemeinschaft. Sie fördern das Interesse an Geschichte und ermutigen dazu, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Die Geschichtszeitschrift WERKSTATTGESCHICHTE, die sich seit 30 Jahren mit historischer Forschung und dem Schreiben beschäftigt, hat sich genau diese Aufgabe auf die Fahnen geschrieben. Sie bringt frischen Wind in die Geschichtswissenschaft, indem sie konventionelle Perspektiven aufbricht und neue Darstellungsformen erprobt. Dabei wird die politische Dimension der Geschichtsschreibung ernst genommen und die Geschichte als Legitimationswissenschaft betrachtet.
WERKSTATTGESCHICHTE ist der Sozialgeschichte verbunden und betrachtet „große Geschichte“ aus alltagsgeschichtlicher Perspektive, was besonders spannend ist. Die Zeitschrift erscheint zweimal jährlich und bietet Beiträge von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert. Thematische Schwerpunkte reichen von Asien über Europa bis Afrika und Amerika. So wird ein breites Spektrum abgedeckt, das auch internationale und interdisziplinäre Perspektiven umfasst. Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen sind eingeladen, ihre Ideen und Ansätze zu teilen, was die Diskussionen bereichert.
Brücke zur Forschung
Ein besonders aktueller Bezug zur Schulbildung wird in dem Sammelband „Internationale und interdisziplinäre Perspektiven“ deutlich, der im Harrassowitz Verlag veröffentlicht wird. Hier wird der Einfluss der Schularchitektur auf Bildung und Erziehung in der Frühen Neuzeit untersucht. Es ist faszinierend zu sehen, wie wenig Forschung zu diesem Thema im Vergleich zu späteren Epochen betrieben wurde. Der Band basiert auf einer internationalen Tagung und beleuchtet die Franckeschen Stiftungen in Halle und deren Einfluss auf die Schularchitektur. Durch die vier thematischen Blöcke führt die Publikation durch verschiedene Aspekte der frühneuzeitlichen Bildungstheorie und -architektur. Ein Blick in diese Diskussion zeigt, wie wichtig es ist, die historischen Wurzeln der Bildung zu verstehen, um die heutige Schullandschaft besser zu begreifen.
Diese Verknüpfung zwischen Schulerfahrungen und wissenschaftlichen Diskursen zeigt, wie vielschichtig und lebendig das Thema Geschichte ist. Schüler:innen, die sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzen, tragen nicht nur zur eigenen Bildung bei, sondern auch zur allgemeinen Geschichtskultur. Wer weiß, vielleicht wird unter ihnen der nächste große Historiker oder die nächste große Historikerin entdeckt!