Das Arbeitsmarktservice Steiermark (AMS) hat bekannt gegeben, dass der Standort des Vereins Schulungszentrum Fohnsdorf in Fürstenfeld zum Jahresende geschlossen wird. Dieser Schritt folgt dem Rückgang des Fachkräftebedarfs in der Region sowie den reduzierten Fördermitteln des AMS. Der Standort wurde 2001 gegründet, um der Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften im südsteirischen Raum gerecht zu werden und bot eine Ausbildungsfläche von rund 1800 Quadratmetern, die sich auf Metall- und Elektrotechnikausbildungen konzentrierte.

Franz Hartinger, der 17 Jahre lang Einrichtungsleiter des Schulungszentrums in Fürstenfeld war, schätzt, dass jährlich zwischen 100 und 120 Personen in Fürstenfeld geschult wurden. Aktuell schließen 28 Auszubildende ihre Lehrgänge ab, während es für den Standort keine Neuanmeldungen mehr gibt. Die Fördermittel für 2027 sind bereits deutlich reduziert angekündigt, was die Schließung weiter vorantreibt. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen möglicherweise neue Wege finden, während Hartinger mit der Schließung auch in den Ruhestand geht.

Rückgang der Fachkräfte und Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Fachkräftebedarf in der Region hat sich in den letzten Jahren merklich verringert, was sich auch in den Zahlen widerspiegelt: Nur etwa 14 Prozent der vom AMS zugewiesenen Personen kamen tatsächlich aus dem Bezirk Fürstenfeld. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Weiterbildungslandschaft aktiv zu gestalten. Berufliche Weiterbildung ist heute von großer Bedeutung, um den Anforderungen eines sich wandelnden Arbeitsmarktes gerecht zu werden.

Die Weiterbildungslandschaft in Österreich bietet ein vielfältiges Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten, Bildungsträgern und Seminaren, welches jedoch oft schwer überschaubar ist. Das AMS stellt hierfür eine umfassende Datenbank zur Verfügung, die ständig aktualisiert und ausgebaut wird. Diese kostenlose Plattform ermöglicht es Kursinstituten, ihre Angebote selbständig zu pflegen und zu aktualisieren. Dennoch übernimmt das AMS keine Verantwortung für die Aktualität und Qualität der Angebote, da die Informationen eigenverantwortlich von den Bildungsträgern bereitgestellt werden. Anregungen und Hinweise können direkt an das AMS gesendet werden.

Prognosen und Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Mittelfristprognose zur Arbeitsmarktdynamik bis 2025 zeigt, dass die „drei großen D“ – Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung – bereits jetzt die Arbeitswelt verändern. Diese Faktoren werden in den kommenden Jahren an Dynamik gewinnen und stellen eine Herausforderung für die Weiterbildung dar. Zudem hat die Corona-Pandemie den Strukturwandel beschleunigt, sodass in den nächsten fünf Jahren 500.000 Arbeitsplätze mehr neu zu besetzen sein werden, als entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte nachkommen können.

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In Anbetracht all dieser Entwicklungen wird deutlich, dass die Schließung des Schulungszentrums in Fürstenfeld nicht nur ein lokales Problem darstellt, sondern Teil eines größeren, regionalen und nationalen Kontextes ist. Die Anpassung an die veränderten Bedürfnisse des Arbeitsmarktes erfordert eine verstärkte Fokussierung auf Weiterbildung und Qualifizierung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Für weitere Informationen über die aktuelle Situation und Weiterbildungsmöglichkeiten kann die Kleine Zeitung besucht werden.