Ortskernakademie 2026: Stärkung der Stadt- und Ortskerne in der Steiermark
Am 30. Juni 2026 fand in Ligist die Ortskernakademie statt, ein lebendiger Austausch- und Lernort, der sich ganz der Stärkung von Stadt- und Ortskernen in der Steiermark widmet. Über 120 Teilnehmer aus verschiedenen Gemeinden, Regionalmanagements und Fachplanungen kamen zusammen, um sich über erfolgreiche Praxisbeispiele und Werkzeuge für die Ortskernentwicklung auszutauschen. Die Veranstaltung diente als Plattform, um Erfahrungen zu teilen und neue Ideen zu entwickeln, wie man Ortskerne als lebendige Treffpunkte und Alltagsräume weiter gestalten kann.
Zu den besprochenen Themen gehörten unter anderem die kooperative Ortskernentwicklung in Ligist und die strategische Gesamtsteuerung in Fürstenfeld. Auch die Entwicklung auf Basis eines gemeinsamen Zukunftsbildes in Leibnitz und Zeltweg war ein Schwerpunkt. Landesrat Stefan Hermann betonte in seiner Rede die Bedeutung lebendiger Ortszentren für die Gemeinden. Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom ergänzte, dass starke Ortskerne entscheidend für die Lebensqualität und Attraktivität ländlicher Räume sind. Es war wirklich spürbar, wie viel Enthusiasmus und Engagement in der Luft lag.
Vernetzung und Unterstützung der Gemeinden
Die Ortskernakademie bietet nicht nur Raum für Diskussionen, sondern fördert auch die Vernetzung zwischen den Gemeinden, Regionen und dem Land. Ein zentrales Anliegen ist es, gute Beispiele sichtbar zu machen und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren. Das Land Steiermark unterstützt die Gemeinden durch passende Rahmenbedingungen, wie etwa die Förderung belebender Maßnahmen und den Abbau bürokratischer Hürden. Dies ist besonders wichtig, um die Entwicklung lebendiger Ortskerne voranzutreiben.
Ein Beispiel, das während der Akademie hervorgehoben wurde, ist Ligist, wo ein multifunktionales Begegnungszentrum mit einem Aufwand von rund 1,3 Millionen Euro und 500 Arbeitsstunden von Freiwilligen geschaffen wurde. In Fürstenfeld hingegen liegt der Fokus auf der Stadtkernentwicklung mit dem Ziel, weniger als 10% Leerstand zu erreichen und einen Umsatz von 200 Millionen Euro pro Jahr zu generieren. Auch Leibnitz und Zeltweg arbeiten aktiv an der Belebung ihrer Zentren, wobei Bürger- und Wirtschaftsbeteiligung eine zentrale Rolle spielt.
Digitale Beteiligung und neue Wege
In der heutigen Zeit scheint digitale Beteiligung unabdingbar. Digitale Karten ermöglichen es Bürger*innen, Gefahrenstellen oder beliebte Plätze zeitlich flexibel von zu Hause aus zu markieren. Dieser Ansatz ist besonders vorteilhaft für Menschen mit wenig Zeit, wie Familien oder Berufstätige, die oft lange Anfahrtswege zu Präsenzveranstaltungen in Kauf nehmen müssen. Digitale Formate bieten Anonymität und eine entspannte Atmosphäre, was insbesondere für schüchterne Personen und Jugendliche ansprechend ist.
Die Herausforderungen in Beteiligungsverfahren sind jedoch nicht zu unterschätzen: Unterschiedliche Interessen und Erwartungen können Spannungen erzeugen. Eine klare Festlegung des Beteiligungsgegenstands und offene Kommunikation sind entscheidend, um Enttäuschungen zu vermeiden. Hierbei kann Mediation helfen, um gemeinsame Lösungen zu finden, wie das Beispiel des Radentscheid Koblenz zeigt, wo ein konsensorientierter Dialogprozess ins Leben gerufen wurde. Die Kombination aus verschiedenen Formaten – Präsenz, digital und niedrigschwellig – kann zu vielfältigeren und inklusiveren Ergebnissen führen.
Die Zukunft der Bürgerbeteiligung
Die digitale Plattform der ProjektStadt ist ein innovativer Ansatz, um Bürgerbeteiligung effektiv zu gestalten. Sie ermöglicht den kosteneffizienten und individualisierten Einsatz verschiedener Online-Beteiligungstools. Durch Beratung, Konzeption und Moderation wird der gesamte Prozess unterstützt. Solche Plattformen können den Dialog zwischen Bürgern und der Verwaltung erheblich fördern. Die Startseiten dieser Plattformen bieten Informationen und ermöglichen es, Projekte transparent zu kommunizieren – ein Schritt in die richtige Richtung für eine zukunftsorientierte Bürgerbeteiligung.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Initiativen weiterentwickeln und wie sie die Lebensqualität in den steirischen Gemeinden nachhaltig beeinflussen werden. Doch eines ist sicher: Die Begeisterung und das Engagement, die bei der Ortskernakademie spürbar waren, sind ein starkes Zeichen dafür, dass die Menschen bereit sind, gemeinsam an der Zukunft ihrer Orte zu arbeiten.
Für weitere Informationen zur Veranstaltung und zu den besprochenen Themen, besuchen Sie bitte die Quelle.
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