Agri-Photovoltaikanlage am Traidersberg eröffnet: Meilenstein für nachhaltige Energie und Landwirtschaft in der Steiermark
In der malerischen Region um Leoben, genauer gesagt am Traidersberg in St. Peter-Freienstein, hat die größte Agri-Photovoltaikanlage der Steiermark das Licht der Welt erblickt. Die Eröffnung fand am Freitag statt und markiert einen bedeutenden Schritt in der Kombination von Landwirtschaft und erneuerbarer Energie. Die Projektkosten belaufen sich auf stolze 16,5 Millionen Euro, initiiert von der Windheimat GmbH und Voestalpine Stahl Donawitz. Es ist faszinierend zu sehen, wie innovative Ideen in der Region Gestalt annehmen.
Die neue Anlage, die von der PV Traidersberg GmbH, einer Tochtergesellschaft der Windheimat-Gruppe, realisiert wurde, wird im Oktober 2025 in Betrieb genommen. Sie umfasst beeindruckende 61.200 Module, jedes mit einer Leistung von 455 Watt. Auf einer Gesamtfläche von 26,8 Hektar erstrecken sich Modulreihen, die sich über 33 Kilometer erstrecken! Das ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Beispiel für die zukunftsweisende Nutzung von Flächen, die über der Nebelgrenze im Winter liegen – fast 1.000 Meter hoch.
Nachhaltige Energie für die Region
Die jährliche Stromproduktion wird bei etwa 32 Gigawattstunden (GWh) liegen, was genug Energie für rund 10.000 Haushalte bedeutet. Aktuell liefert die Anlage bereits 24 GWh, wie Michael Hainzl, Geschäftsführer der Windheimat, berichtet. Ein bedeutender Abnehmer dieser umweltfreundlichen Energie ist Voestalpine in Donawitz, das Teil des Programms „greentec steel“ ist. Hier wird die PV-Anlage als Quelle für eine umweltfreundliche Elektrolichtbogenanlagetechnologie dienen, deren Inbetriebnahme für das Frühjahr 2027 geplant ist.
Doch die Anlage ist nicht nur ein Technologieprojekt. Die landwirtschaftliche Nutzung bleibt aktiv, denn rund 400 Schafe pflegen die Wiesenflächen. Diese Tiere finden unter den auf schmalen Stahlträgern montierten PV-Modulen Schatten und tragen zur Pflege der Flächen bei. Unterstützt wird die Schafherde von einer Border-Collie-Hündin – ein harmonisches Bild von Natur und Technologie.
Agri-Photovoltaik als Chance
Agri-Photovoltaik, wie dieses Konzept im Fachjargon genannt wird, kombiniert landwirtschaftliche Produktion mit erneuerbarer Stromerzeugung auf derselben Fläche. Dieses innovative Konzept wird von Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger und Bundesminister Cem Özdemir unterstützt. Laut einem aktuellen Leitfaden, der die Möglichkeiten und Vorteile von Agri-PV aufzeigt, kann diese Technologie nicht nur den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft senken, sondern auch stabile zusätzliche Einkommensquellen für Betriebe generieren. Die Resilienz gegenüber Ernteausfällen wird dadurch gesteigert, was in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig ist.
Die Stromgestehungskosten liegen zwischen 7 und 12 Eurocent pro kWh, was Agri-PV wettbewerbsfähig macht. Ein wichtiger Punkt, der auch in der dritten Ausgabe des Leitfadens hervorgehoben wird, ist die frühzeitige Bürgerbeteiligung. Diese ist entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. In Deutschland gibt es bereits zahlreiche erfolgreiche Anwendungsbeispiele, die auf die Herausforderungen und Hürden aufmerksam machen.
Effiziente Nutzung der Agrarflächen
Der Ausbau von Solarenergie erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung der Flächenkonkurrenz mit landwirtschaftlicher Erzeugung. Ziel ist es, Agrarflächen effizient zu nutzen – durch Mehrfachnutzung statt Einfachnutzung. Agri-PV-Anlagen beanspruchen maximal 15% der landwirtschaftlichen Fläche, während 85% für die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben und weiterhin GAP-förderfähig sind. Dies ist ein wichtiger Aspekt für Landwirte, die ihre Betriebe diversifizieren und zusätzliche Wertschöpfung im ländlichen Raum schaffen möchten.
Die Synergieeffekte sind bemerkenswert: Agri-PV-Anlagen bieten Schutz vor Sonne, Austrocknung, Starkregen und Hagel. Vertikale Systeme können zudem Winderosion vorbeugen, während Tiere weiterhin unter den Anlagen weiden können. Dieses Projekt in Leoben ist ein Paradebeispiel für die Zukunft der Energie- und Agrarwirtschaft, die Hand in Hand gehen kann.
Die Unterstützung solcher Projekte, insbesondere auf wiedervernässten Moorböden, trägt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Das Potenzial ist riesig, und die nationale Moorschutzstrategie formuliert bereits einen klaren Pfad für den Schutz der Moorböden. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Agri-Photovoltaik in den kommenden Jahren entwickeln wird.
Für alle, die sich für nachhaltige Lösungen und die Zukunft der Landwirtschaft interessieren, ist die Agri-Photovoltaikanlage am Traidersberg ein aufregendes Beispiel, das zeigt, wie Innovation und Tradition miteinander harmonieren können.
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