Langer Tag der Energie: Brauerei Göss zeigt nachhaltige Innovationen und Klimaschutzmaßnahmen
Am 20. Juni wird die Steiermark zum Schauplatz eines ganz besonderen Events: dem Langen Tag der Energie. Hier können über 100 Energieschauplätze besichtigt werden, und das ganz ohne Eintritt. Besonders spannend wird es in der Brauerei Göss in Leoben, wo kostenlose Führungen auf dem Programm stehen. Diese Führungen finden von 10 bis 14 Uhr stündlich statt und sind für bis zu 25 Teilnehmer ab 16 Jahren gedacht. Wer sich für die Besichtigung interessiert, sollte sich vorher per E-Mail oder über die Website des Langen Tags der Energie anmelden. Die Brauerei Göss hat sich nicht nur dem Bierbrauen verschrieben, sondern nutzt auch überwiegend erneuerbare Energiequellen für ihre Wärmeenergie. Eine interessante Tatsache: Die Wärmeenergie stammt aus Abwärme, Solarthermie und Biogas, das aus den Reststoffen des Brauprozesses gewonnen wird. Besonders spannend ist die Biertrebervergärungsanlage, die eine eigene Biogasproduktion ermöglicht.
Aber das ist noch nicht alles. Die Brauerei Göss ist seit 2015 die erste Großbrauerei weltweit, die CO2- und klimaneutral produziert. Tatsächlich stammen 100% des Energiebedarfs für den Brauprozess aus erneuerbaren Quellen. Und das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis – etwa 90% der Abwärme aus dem Brauprozess werden wiederverwendet. Die beeindruckende Solarthermieanlage mit einer Fläche von 1.500 Quadratmetern liefert rund 3% der benötigten Wärmeenergie. Diese umweltfreundlichen Maßnahmen zeigen, wie ernst es der Brauerei mit ihrem nachhaltigen Ansatz ist.
Innovationen in der Kreislaufwirtschaft
Ein weiteres spannendes Projekt der Brauerei Göss betrifft die ressourceneffiziente Nutzung von Gärresten. Jährlich fallen etwa 18.000 Tonnen hochwertiger Gärrest an, die eigentlich als Abfall angesehen werden könnten. Doch die Brauerei hat eine Machbarkeitsstudie zur ökologischen und ökonomischen Inwertsetzung des Biertrebers initiiert. Ziel ist es, aus den Gärresten neue Produkte wie Torfersatzstoff, Gartenerde und Flüssigstickstoffdünger zu entwickeln. Vergorener Biertreber ist nährstoffreich und enthält essentielle Pflanzenmakronährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Momentan wird er direkt auf landwirtschaftlichen Flächen als Dünger ausgebracht – aber das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.
In der heutigen Zeit, in der Klimaschutz und Ressourcenschonung großgeschrieben werden, zeigt die Brauerei Göss eindrucksvoll, wie innovative Ansätze in der Kreislaufwirtschaft funktionieren können. Der Einsatz von Technologien zur Kreislaufwirtschaft könnte in der Industrie die Kosten zur Klimaneutralität um bis zu 45% senken. Es gibt zahlreiche Beispiele für Technologien, die bereits marktreif sind und in der energieintensiven Industrie eingesetzt werden könnten.
Die Brauerei Göss steht damit nicht nur für einen nachhaltigen Biergenuss, sondern auch für eine Vorreiterrolle in der Wirtschaft. Die Grüne Brauerei strebt sogar an, die erste klimapositiv arbeitende Großbrauerei der Welt zu werden. Klimapositiv bedeutet, mehr CO2 zu kompensieren, als tatsächlich verursacht wird, und das ohne den Einsatz von CO2-Zertifikaten. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das zeigt, wie ernst es der Brauerei mit ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt ist.
Die Entwicklungen in der Brauerei Göss sind ein Beispiel dafür, wie Unternehmen durch innovative Ansätze und Technologien nicht nur ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren, sondern auch neue Wertschöpfungsketten schaffen können. In einer Welt, die immer mehr auf Nachhaltigkeit setzt, könnte die Brauerei Göss zum Vorbild für viele andere Unternehmen werden. Und das Beste: Man kann sich selbst ein Bild von all dem machen – beim Langen Tag der Energie! Wer kann schon widerstehen, sich den Prozess der Bierherstellung aus nächster Nähe anzuschauen und gleichzeitig etwas über nachhaltige Energiegewinnung zu lernen?
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