Heute ist der 13.05.2026 und wir haben in Leoben spannende Entwicklungen in der Landwirtschaft zu berichten! In den letzten Jahren sind die Ausgaben für Lebensmittel im Haushaltsbudget auf etwa 12 Prozent gesunken. Dies stellt viele kleinbäuerliche Betriebe vor große Herausforderungen, da sie gegen den Wertverlust ihrer Arbeit kämpfen müssen. Ein interessanter Ansatz, der sich in letzter Zeit großer Beliebtheit erfreut, ist die solidarische Landwirtschaft, auch bekannt als SoLaWi. Hierbei wird eine enge Gemeinschaft zwischen Erzeugern und Konsumenten gefördert.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Hof „Jederbauer“, den Kerstin und Wilfried Thoma seit 2020 in Trofaiach führen. Auf einem fünf Hektar großen Areal betreiben sie Marktgärtnerei und laden die Gemeinschaft ein, aktiv mitzuhelfen. Die Ernteteiler, die sich für eine Saison engagieren, finanzieren den gesamten Betrieb und nicht nur einzelne Produkte. Dies schafft eine Sicherheit für die Landwirte, da sie von den Druck der Weltmarktpreise befreit werden. Auf dem Hof werden über 40 verschiedene Gemüsekulturen von Mai bis November angebaut, einschließlich seltener Sorten, und die Mitglieder können in einer „Tauschkiste“ Gemüse gegen andere Sorten eintauschen.
Nachhaltige Anbaumethoden und Gemeinschaftsgefühl
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des „Jederbauer“-Hofs ist die „Bio-intensive“ Bewirtschaftung auf kleiner Fläche. Hier wird auf den Einsatz schwerer Traktoren verzichtet, was nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Preise für die Ernteteiler stabilisiert. Der Gemüseanbau erfolgt auf etwa 800 Quadratmetern, und durch den Humusaufbau mit hofeigenem Kompost wird die Bodenmikrobiologie gestärkt. Das Team um Kerstin und Wilfried wird von der Mitarbeiterin Celina Fünfleitner unterstützt, die mit ihrem Fachwissen bei den händischen Arbeiten hilft. Interessanterweise konnte der Zeitaufwand für das Jäten von 80 Prozent auf ein Minimum reduziert werden – da fragt man sich doch, wie sie das geschafft haben!
Aktuell zählt der Hof 40 Ernteteiler, wobei die Rentabilität erst ab 60 Teilnehmern gegeben ist. Um die regionale Versorgung zu stärken, wird eine Gruppenbelieferung für Nachbargemeinden eingeführt. Ein wöchentlicher Newsletter mit Rezeptvorschlägen sorgt dafür, dass die Mitglieder nicht nur mit frischem Gemüse versorgt werden, sondern auch inspiriert werden, neue Gerichte auszuprobieren. Darüber hinaus bietet der SB-Hofladen, der von Freitag bis Sonntag geöffnet ist, nicht nur eigenes Gemüse, sondern auch Produkte von befreundeten Betrieben an.
Ein Blick in die Zukunft der Landwirtschaft
Die solidarische Landwirtschaft stellt somit eine Antwort auf die Herausforderungen der globalen Lieferlogistik dar und fördert die Resilienz in der Gemeinde. Es ist ermutigend zu sehen, wie solche Initiativen nicht nur den Landwirten, sondern auch der Gemeinschaft zugutekommen. In einer Zeit, in der die traditionellen Strukturen immer mehr unter Druck geraten, zeigt „Jederbauer“, dass ein alternativer Ansatz durchaus möglich ist – und das auch noch mit einem gewissen Spaßfaktor!
Wer also neugierig geworden ist, sollte nicht zögern, den Hof zu besuchen. Vielleicht wird man ja selbst zum Ernteteiler und kann hautnah erleben, wie gesunde Landwirtschaft funktioniert. Denn am Ende geht es nicht nur um den Anbau von Lebensmitteln, sondern um das gemeinsame Miteinander, das uns alle ein Stück weit näher bringt.
Für weitere Informationen über den Hof und seine Angebote lohnt sich ein Blick auf die ausführlichen Details in unserem Artikel auf MeinBezirk.at.