Vorfall in Leoben: Rassistische Angriffe und politische Empörung nach Burschenschaftsfest
In Leoben, genauer gesagt im Stadtteil Donawitz, hat sich kürzlich ein Vorfall ereignet, der die Gemüter erhitzt und zahlreiche politische Reaktionen nach sich gezogen hat. Bei einem Fest der Burschenschaft „Leder“ kam es zu gewalttätigen Übergriffen, inklusive rassistischer Angriffe mit „Sieg Heil“-Rufen gegen einen Taxilenker. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus, sowohl bei politischen Vertretern als auch in der Öffentlichkeit. Die SPÖ-Abgeordnete forderte eine umfassende Aufklärung und Konsequenzen. Der Verband Sozialistischer Student_innen Leoben (VSStÖ) wendet sich in diesem Kontext an das Rektorat der Montanuniversität Leoben und fordert nicht weniger als einen sofortigen Stopp der Kooperationen mit Burschenschaften.
Besonders brisant ist die Einladung des AfD-Politikers Matthias Helferich, die im Rahmen dieser Vorfälle diskutiert wird. Der VSStÖ hebt hervor, dass die Universität in der Pflicht sei, sich klar gegen solche extremen Strömungen zu positionieren. Helena Körner vom VSStÖ äußerte, dass sich Rechtsextreme in Leoben „wohlfühlen“ würden – ein Ausdruck, der die besorgniserregende Situation auf den Punkt bringt. Es sind nicht nur Worte gefragt, sondern auch Taten, um sich mit der NS-Geschichte der Universität auseinanderzusetzen. Der VSStÖ sieht hier einen klaren Widerspruch in der bevorstehenden Eröffnung des Bierauszugs, der gemeinsam mit Vertretern der Leobner Verbindungen auf der Rampe der Universität gefeiert werden soll.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die Empörung über die Vorfälle in Donawitz wird auch von der SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine Schatz, und dem Abgeordneten Wolfgang Moitzi, die sich ebenfalls zu Wort gemeldet haben, geteilt. Sie verurteilen die Übergriffe scharf und wünschen dem Betroffenen eine schnelle Genesung. „Es ist unfassbar, dass in unserer Gesellschaft solche Dinge passieren“, äußert Schatz, während Moitzi betont, dass Leoben als wichtiger Universitätsstandort nicht für rechtsextreme Umtriebe toleriert werden darf. Auch sie kündigen eine parlamentarische Anfrage zur Aufklärung der Vorfälle an, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Der Verfassungsschutzbericht zeigt einen beunruhigenden Anstieg rechtsextremer Straftaten in Österreich. Dies lässt die Alarmglocken läuten. Rund 60 % der rechtsextremistischen Tathandlungen sind Verstöße gegen das Verbotsgesetz. Das spricht Bände. Die Problematik ist nicht nur lokal, sondern hat nationale Dimensionen. Es ist an der Zeit, dass sich die Gesellschaft dieser Herausforderung stellt und Anlaufstellen für Opfer rechtsextremer Gewalt schafft. Das ist nicht nur eine Frage der Erinnerungskultur, sondern der aktiven Zivilgesellschaft.
Einschätzung der Situation
Der Bericht über Rechtsextremismus in Österreich, der von der vormaligen Justizministerin Alma Zadić vorgelegt wurde, zeigt zudem, dass Organisationen des deutschnationalen Milieus, wie völkische Studentenverbindungen, einen unheilvollen Einfluss ausüben. Diese Gruppen gelten zwar als gesellschaftliche Randerscheinung, haben aber durch historische Verbindungen zur FPÖ und anderen politischen Akteuren einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Diskurs. Ein Umstand, der in der aktuellen Diskussion um die Vorfälle in Leoben nicht ignoriert werden kann.
In den letzten Jahren haben auch Neonazis die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen genutzt, um ihre Präsenz zu zeigen und ihre Ideologien zu verbreiten. Die Verbreitung von Verschwörungsmythen hat zugenommen, und es gibt eine klare Verbindung zwischen diesen Bewegungen und dem rechtsextremen Spektrum. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus alles andere als abgeschlossen ist. Die Gesellschaft muss wachsam bleiben und sich aktiv gegen diese Strömungen stellen, um zu verhindern, dass sie weiter Fuß fassen.
Die Forderungen des VSStÖ an die Montanuniversität sind klar: Ein sofortiger Kooperationsstopp mit Burschenschaften, die Auflösung laufender Verträge und ein dauerhafter Ausschluss von Burschenschaften von universitären Veranstaltungen. Das alles ist nötig, um ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Die Stadtgemeinde Leoben und die Universität müssen sich ihrer Verantwortung bewusst werden und dürfen nicht länger wegsehen. Ansonsten könnte der Ort, der einst für Bildung und Wissenschaft stand, zu einem Zentrum für rechtsextreme Umtriebe verkommen.
Für weitere Informationen zu den Vorfällen und den politischen Reaktionen können Sie die ausführlichen Berichte auf 5min.at und OTS.at nachlesen.
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