Im Bezirk Liezen zeigt sich die Suchtproblematik als ein vielschichtiges Phänomen, das alle Altersgruppen und sozialen Schichten betrifft. Daniela Englacher, die Leiterin der Sucht- und Drogenberatungsstelle Liezen, hebt hervor, wie wichtig es ist, über diese Themen zu sprechen. Denn das Suchtverhalten ist in den letzten Jahren immer komplizierter geworden. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Alkoholabhängigkeit mit 55 Prozent den größten Anteil unter den Betroffenen ausmacht, gefolgt von illegalen Substanzen (21 Prozent) und Verhaltenssüchten, einschließlich Essstörungen (18 Prozent). Das ist schon echt alarmierend!

Besonders interessant ist, dass Alkohol und Medikamente vor allem Menschen ab 40 Jahren betreffen, während Jüngere zunehmend zu illegalen Drogen wie Cannabis oder Kokain greifen. Auch Nikotinbeutel und neue Nikotinprodukte, wie Vapes, haben bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Beliebtheit gewonnen. Ein Blick auf die aktuellen Statistiken zeigt, dass etwa 8,4 Prozent der Burschen Nikotinbeutel konsumieren – in unserer Region könnte dieser Wert sogar noch höher sein. Hier wird deutlich, dass Suchterfahrungen oft schon mit der Mediennutzung beginnen, sei es über Handys oder Online-Games.

Die Vielfalt der Süchte

Die Suchterkrankungen zeigen sich häufig erst im Erwachsenenalter, was die Sache nicht einfacher macht. Verhaltenssüchte, wie exzessive Mediennutzung, finden bei Jüngeren immer mehr Anhänger, während ältere Menschen oft mit Glücksspiel zu kämpfen haben. Besonders tragisch sind die Essstörungen, die vor allem bei Mädchen unter 20 Jahren auftreten. Man könnte fast sagen, dass Alkohol in Österreich als „Volksdroge Nummer eins“ gilt, und die Verfügbarkeit ist ein großes Problem: In Supermärkten, Tankstellen und Automaten ist Alkohol rund um die Uhr erhältlich. Das macht es für viele Menschen, besonders für Jugendliche, einfach, in den Konsum abzurutschen.

Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Mischkonsum unter jungen Erwachsenen. Oft wird das konsumiert, was gerade verfügbar ist – sei es Alkohol, Cannabis oder andere Drogen. Mit einem steigenden Wirkstoffgehalt bei illegalen Substanzen kommen zusätzliche Risiken auf die Nutzer zu. Dabei ist wahrscheinlich, dass sich das Konsumverhalten der jungen Menschen grundlegend verändert hat. Die Akzeptanz für alkoholfreie Getränke ist oft gering, und Alternativen fehlen, was die Problematik noch verstärkt.

Hintergrund und Kontext

Die Daten zur Abhängigkeit von Substanzen und Glücksspielstörungen stammen aus dem Epidemiologischen Suchtsurvey 2018 und dem Glücksspielsurvey 2021, die sich auf Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren beziehen. Bei den Medikamenten handelt es sich hauptsächlich um solche mit höherem Missbrauchs- und Suchtpotenzial, beispielsweise opioidhaltige Schmerzmittel sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. Stimulanzien wie Kokain, Amphetamin und Methamphetamin sind ebenfalls ein großes Thema. Internetbezogene Störungen werden in diesen Erhebungen jedoch nicht erwähnt, da es in Deutschland bislang kaum systematische Daten dazu gibt.

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Insgesamt verdeutlichen diese Informationen, dass wir uns als Gesellschaft mit den vielfältigen Aspekten von Sucht auseinandersetzen müssen. Die Herausforderungen sind groß, und gerade in einer Region wie Liezen ist es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen und entsprechende Angebote zur Prävention und Unterstützung zu schaffen. Für mehr Informationen kann man die vollständige Quelle auf MeinBezirk nachlesen.