Heute ist der 10.06.2026, und in Judenburg brodelt es. Die Sitzung des Gemeinderats wurde kurzfristig einberufen, und der Grund dafür könnte kaum gewichtiger sein: Das Landesverwaltungsgericht hat die Vergabe des Millionenprojekts zur Sanierung der Burggasse nach einer Beschwerde einer unterlegenen Firma gekippt. Das hat die Stadtgemeinde dazu veranlasst, das Vergabeverfahren zu widerrufen und ein neues, beschleunigtes Verfahren einzuleiten. Klingt kompliziert? Ist es auch!

Bürgermeisterin Elke Florian von der SPÖ erklärte, dass der Bestbieter bei der ursprünglichen Ausschreibung auszuscheiden gewesen wäre. ÖVP-Gemeinderat Günther Sorko ließ sich nicht lange bitten und stellte sofort Fragen zu den möglichen Mehrkosten, die durch die Neuausschreibung entstehen könnten, und zu den Auswirkungen auf Förderungen. Klarheit und Transparenz während der Bauphase, besonders für ansässige Unternehmen, sind ihm wichtig. Das ist verständlich, schließlich geht es nicht nur um ein paar Euro, sondern um viel mehr.

Die Herausforderungen der Neuausschreibung

Finanzstadtrat Christian Füller, ebenfalls von der SPÖ, führt den Einspruch gegen das Verfahren auf die Auftragsflaute in der Bauwirtschaft zurück. Ein beschleunigtes Verfahren ist nun notwendig, um die Fördergelder zu sichern und im Zeitplan zu bleiben. Ursprünglich war der Baustart für Mai geplant – das lässt sich nicht einfach so verschieben. Bürgermeisterin Florian warnte in der Sitzung davor, dass die Stadt ohne Baustellenbeginn in diesem Jahr die Förderungen verlieren könnte. Das wäre ein herber Rückschlag!

Gemeinderat Roland Gall von der Liste Jung erkundigte sich nach dem weiteren Fahrplan. In der Sitzung wurden Fristen und rechtliche Rahmenbedingungen besprochen, und es wurde deutlich, dass die Gefahr weiterer Einsprüche nicht ganz auszuschließen ist. Sorkos Forderung nach klaren Bedingungen während der Bauphase stieß auf Zustimmung, während Gall eine Testphase für geplante Bushaltestellen auf der Burggasse vorschlug – was jedoch nicht umsetzbar ist. Am Ende wurden die Anträge, allerdings ohne Galls Stimme, angenommen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Stadtgemeinde hat sich entschieden, die Ausschreibung nicht selbst durchzuführen, um jegliche Subjektivität zu vermeiden. Das beauftragte Planungsbüro bringt bereits 20 Jahre Erfahrung mit und hat bisher keine Ausschreibung beeinsprucht. Dennoch – die Kosten, die aufgrund der aktuellen Situation entstehen, werden an das Planungsbüro weitergegeben. Ein stetiger Druck, denn die Uhr tickt.

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Die Situation in Judenburg zeigt, wie schnell es gehen kann, dass Projekte ins Wanken geraten. Es ist eine ständige Herausforderung, die Interessen der Stadt und der Unternehmen in Einklang zu bringen. Der Gemeinderat hat ein großes Ziel vor Augen: die Burggasse soll nicht nur schöner, sondern auch funktionaler werden. Aber der Weg dorthin ist steinig, und nicht jeder kann mit dem Tempo und den Wendungen Schritt halten.