In der malerischen Marktgemeinde Neumarkt, gelegen im Bezirk Murau, gibt es Grund zur Freude! Bei der diesjährigen Maibaumchallenge wurde der Neumarkter Maibaum zum schönsten Baum gewählt. Überraschend, denn die Gemeinde war sich zunächst nicht einmal bewusst, dass sie an dieser Challenge teilnimmt. Bürgermeister Josef Maier strahlt vor Freude über den unerwarteten Sieg und betont, wie viel Engagement und Liebe zum Detail in die Vorbereitung des Maibaums geflossen sind.

Das Kulturreferat und zahlreiche Helfer aus der Gemeinde haben gemeinsam dafür gesorgt, dass der Maibaum traditionell im Gemeindewald gefällt, prächtig geschmückt und liebevoll mit Schnitzarbeiten und Zunftzeichen versehen wird. Letztere erinnern an die historischen Handwerkszünfte des Mittelalters, die nicht nur die Löhne, sondern auch die Qualitätsstandards und wirtschaftlichen Abläufe für Handwerker regelten. Der Maibaum ist nicht nur ein Holzstamm; er ist ein Symbol lebendiger Tradition und Teil des Neumarkter Gemeindelebens.

Ein Fest der Gemeinschaft

Das Aufstellen des Maibaums ist in Neumarkt ein bedeutendes Traditionsfest, das die Gemeinschaft zusammenbringt. In einer feierlichen Prozession wird der Baum mit Unterstützung des Musikvereins, der Feuerwehr, der Polizei und Gemeindevertretern zum Hauptplatz begleitet. Das Aufstellen geschieht auf traditionelle Weise – per Hand, versteht sich! Es ist ein Schauspiel, das Jung und Alt in seinen Bann zieht.

Das Rahmenprogramm des Festes ist bunt und abwechslungsreich. Auftritte der Kulmer Schuhplattler und des Musikvereins Neumarkt sorgen für ausgelassene Stimmung. Und das gemütliche Beisammensein darf nicht fehlen: Ein Ausschank mit regionalen Köstlichkeiten lädt zum Verweilen ein. Bürgermeister Maier hebt den Stolz der Gemeinde auf diese gepflegte Tradition hervor und freut sich über das gelungene Fest, das nicht nur die Tradition feiert, sondern auch die Gemeinschaft stärkt.

Ein Blick auf die Maibaum-Tradition

Der Brauch des Maibaumstehlens ist in Österreich und Deutschland weit verbreitet. Besonders in einigen Regionen ist es Brauch, dass der Maibaum in der Nacht vor dem Aufstellen von jungen Männern bewacht wird. Dabei muss ein Wächter immer eine Hand am Baum haben, um ihn vor Diebstahl zu schützen. In vielen Gemeinden kommen sogar Feuerwehrfahrzeuge zur Bewachung zum Einsatz. Ein Maibaum gilt erst als gestohlen, wenn er vollständig umgelegt oder abtransportiert wurde, und die Dorfbewohner setzen alles daran, ihren Baum zu verteidigen.

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Traditionell durfte der Baum nur in der Walpurgisnacht gefällt werden, doch heutzutage geschieht dies oft Wochen im Voraus. Wenn es dann doch zu einem Diebstahl kommt, werden oft Verhandlungen in Form von Naturalien (Essen und Trinken) geführt, um den Baum zurückzuholen. Sollte das scheitern, wird der Baum als Schandmal für die Nachbarn aufgestellt – eine Art humorvolle Rivalität, die die Dorfgemeinschaften zusammenhält.

Einige skurrile Geschichten um Maibaumdiebstähle zeigen, wie lebendig dieser Brauch ist. Von Oberösterreichern, die in einer Nacht zwölf Maibäume stahlen, bis hin zu einem Vorfall in Linz, wo ein Baum unter dem Vorwand der Sturmabsicherung entwendet wurde – die Tradition sorgt immer wieder für Aufregung und verbindet die Dörfer auf ihre ganz eigene Weise.

Mit all diesen bunten Facetten, die der Maibaum und seine Traditionen mit sich bringen, ist es kein Wunder, dass die Neumarkter stolz auf ihren schönsten Baum sind. Dieser Baum ist nicht nur ein Symbol der Tradition, sondern auch ein Herzstück der Gemeinschaft, das die Menschen zusammenbringt und Geschichten erzählt.