Singen am Bauernhof: Tradition und Gemeinschaft im Gesangverein Oberwölz
Am vergangenen Samstag war es wieder soweit: Der Gesangverein Oberwölz feierte das Ende seiner Probensaison mit einer traditionellen Veranstaltung unter dem Titel „Singen am Bauernhof“. Die Familie Geißler, vulgo Wiesner, in Sonnleiten stellte ihren Bauernhof als gastfreundlichen Ort zur Verfügung. Ein Ort, an dem nicht nur die Stimmen der Sänger sondern auch die Klänge der Natur zur Geltung kamen. Und die Geißler-Familie hat hier eine lange Geschichte: Franz Geißler, der vor über 150 Jahren, genauer gesagt 1864, den Hof aus Tirol kaufte, war sogar zehn Jahre lang Bürgermeister der früheren Gemeinde Winklern.
So wurde der Hof, der von Sohn Martin geführt wird, nicht nur zum Schauplatz eines musikalischen Events, sondern auch zum Ort des Zusammenkommens. Bei strahlendem Wetter fanden zahlreiche Besucher den Weg zu diesem besonderen Ereignis. Obfrau Eva Freudenberger begrüßte die Anwesenden, darunter auch Bürgermeister Hannes Schmidhofer und Bezirk Obmann Gert Rundhammer, die der Einladung gerne folgten. Das Programm, das etwa zwei Stunden dauerte, wurde mit viel Applaus und „Zugabe“-Rufen belohnt und bot Beiträge des Gesangvereins Oberwölz unter der Leitung von Ilse Schmalzer, des Landjugendchors Oberwölz, dem Männer Xang unter Franz Valencak, den „Wölzer Buam“ und der Familie Geißler selbst.
Traditionen und Herzlichkeit
Ein weiteres „Singen am Bauernhof“ fand auf dem Bauernhof der Familie Dorfer vulgo Weber in Hinterburg statt. Auch hier wurde die Veranstaltung vom Gesangverein Oberwölz als traditionelle Schlussveranstaltung vor der Sommerpause organisiert. Albert Dorfer hieß die Gäste herzlich willkommen und die Eröffnungsmusi, dargeboten von Mitgliedern der Familie Dorfer, sorgte gleich für eine gute Stimmung. Instrumentalgruppen wie die „Saitenharmonie“ und die „Zaummgwürfelten Blechklarimoni“ trugen zur musikalischen Vielfalt bei. Das abwechslungsreiche Programm wurde unter anderem von dem MGV Unzmarkt, dem Perstl Viergesang und der Gruppe GV3 bereichert.
Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung durch die emotionalen Verabschiedungen von Theresia und Ignaz Leitner, langjährigen Mitgliedern des Gesangvereins. Obmann Amandus Merl bedankte sich bei den Gästen und der Familie Dorfer für ihre Gastfreundschaft – ein schönes Zeichen für die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der Region. Walter Horn sorgte mit seinen Fotos und Berichten für eine bleibende Erinnerung an diesen besonderen Tag.
Ein Blick auf den Bauernherbst
Solche Veranstaltungen sind Teil einer größeren Tradition, die in Österreich, insbesondere im Salzburger Land, als Bauernherbst bekannt ist. Dieser findet seit 1996 von Mitte August bis Ende Oktober statt und bringt die Menschen zusammen, um die Erntezeit zu feiern. In dieser Zeit kehren SennerInnen mit geschmückten Kühen in die Dörfer zurück, während Bäuerinnen und Bauern sich auf den Winter vorbereiten. Rund 2000 Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, bäuerliche Traditionen und kulinarische Genüsse zu erleben. Die Besucher haben die Gelegenheit, regionale Spezialitäten zu kosten und handwerkliche Tätigkeiten wie Sensenmähen auszuprobieren.
Der Bauernherbst ist also nicht nur eine Zeit des Feierns, sondern auch des Miteinanders, der Musik und des Genusses. Mit einem Motto, das für die kommenden Jahre „G’sungen und G’spielt“ lautet, wird die Musik in den Mittelpunkt gerückt. Ein schöner Ausblick auf das, was uns in den nächsten Jahren erwartet und wie wichtig diese traditionellen Veranstaltungen für die Kultur und das Zusammenleben in den ländlichen Regionen sind.
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