Heute, am 25. April 2026, öffnete das Stift St. Lambrecht seine Türen zur neuen Ausstellung „Was ist der Mensch?“, anlässlich des 950-jährigen Bestehens des Stifts. Die feierliche Eröffnung fand am Freitagnachmittag im Beisein zahlreicher Besucher und Ehrengäste statt. Die Ausstellung ist eine Neuinszenierung der kunsthistorischen Sammlung des Stiftsmuseums und bietet einen tiefen Einblick in das Selbstverständnis des klösterlichen Auftraggebers.
Prior Pater Gerwig Romirer gab während der Eröffnungsfeier interessante Einblicke in den Werdegang der Ausstellung. Die Exponate, die aus verschiedenen Epochen stammen, laden die Besucher dazu ein, über die verschiedenen Facetten des Menschseins nachzudenken. Besonders spannend ist der Beitrag von Jugendlichen des BORG Murau, die unter der Leitung von Sabine Zirker und Antonia Judmaier das Thema Menschsein als körperlich sichtbares Wesen sowie die emotionalen und sozialen Aspekte des Lebens thematisieren.
Ein musikalischer Rahmen und umfangreiche Führungen
Die Eröffnung wurde musikalisch von der Bläsergruppe des Musikvereins St. Lambrecht und dem Vokalensemble Cantando Admont umrahmt, was der Feier eine festliche Note verlieh. Neben der Ausstellung können die Besucher auch an einer Stiftsführung teilnehmen, die etwa 75 Minuten dauert. Diese Führung umfasst die kunsthistorische Sammlung, die St. Lambrechter Schatzkammer, ein Modell der Klosteranlage, Figuren der barocken Krippe sowie das liturgische Kabinett und den Prälatensaal.
Die regulären Führungen finden täglich vom 15. Mai bis 15. Oktober statt, montags bis samstags um 10 Uhr und 14.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen erfolgt die Führung nach dem Gottesdienst und um 14.30 Uhr. Für Gruppen ab 10 Personen besteht die Möglichkeit, auch außerhalb der regulären Zeiten Führungen zu buchen. Darüber hinaus wird eine erweiterte Stiftsführung angeboten, die etwa 100 Minuten dauert und Einblicke in das Volkskundemuseum sowie das Vogelmuseum gewährt.
Ein Blick in die Kunstgeschichte
Das Stiftsmuseum, welches etwa 1848 von Abt Joachim Suppan in der Schlosskapelle eingerichtet wurde, bietet eine beeindruckende Sammlung, die Ergebnisse jahrhundertelanger kultureller Bemühungen des Stiftes umfasst. Zu den herausragenden Werken zählen altdeutsche Tafelmalereien und Plastiken sowie gotische Bildwerke. Besonders erwähnenswert sind die Wurzel-Jesse-Darstellung (um 1500) und das Madonnenbild des Meisters der Brucker Martinstafel (1517). Diese Kunstwerke spiegeln nicht nur die kulturellen Strömungen ihrer Zeit wider, sondern tragen auch zur weiteren Erforschung des Menschseins bei.
Die Ausstellung und die Führungen im Stift St. Lambrecht sind nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch eine Gelegenheit zur Reflexion über die menschliche Existenz und unsere Beziehungen zueinander. Wer mehr über die Ausstellung erfahren möchte, findet weitere Informationen unter diesem Link.