Am Montag wurde in der Region Murtal ein neuer Meilenstein gesetzt – die Fußgängerbrücke, die die Gemeinden Knittelfeld und Spielberg verbindet, wurde feierlich eröffnet. Die Freude unter den Bürgern war groß und das Event zog zahlreiche Besucher an. Die Brücke, die nun den Namen „Murblickbrücke“ trägt, wurde im Rahmen eines beeindruckenden Projekts von Schülerinnen und Schülern der HTL Zeltweg umgesetzt. Nach der Eröffnung hatten die Anwesenden die Möglichkeit, aktiv an der Namensgebung teilzunehmen, was die Gemeinschaft noch enger zusammenschweißte.
Die ursprüngliche Ingeringbrücke, die bereits 2009 errichtet wurde, wies erhebliche Schäden auf, eine Teilsanierung war nicht möglich. Daher wurde das Tragwerk auf den bestehenden Fundamenten komplett erneuert. Die neue Konstruktion in Holzbauweise ist mit einer Überdachung versehen, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Bürgermeister Harald Bergmann von Knittelfeld und Manfred Lenger aus Spielberg begrüßten die Gäste und hoben die Bedeutung des Projekts hervor. Bartholomäus Reiter von der HTL Zeltweg gab den Anwesenden wertvolle Einblicke in die technischen Details und die baulichen Hintergründe der Brücke.
Ein Lehrprojekt mit echtem Nutzen
Das Brückenbauprojekt bietet den Schülerinnen und Schülern nicht nur praktische Erfahrungen, sondern auch eine wertvolle Ausbildung in Ingenieurwissenschaften und Statik. Die Montage der Dachkonstruktion wurde erfolgreich abgeschlossen, und die Vorbereitungsarbeiten auf der Baustelle verliefen reibungslos. Die Schüler waren aktiv in den gesamten Prozess involviert – vom Entwurf bis hin zur praktischen Umsetzung. Dabei wurden vorgefertigte Elemente mit einem Kran montiert, was ein beeindruckendes Schauspiel war. Sicherheit hatte dabei höchste Priorität: „Fallstop“-Sicherungen und Helmpflicht waren bei den Kranarbeiten selbstverständlich.
Die Brücke selbst hat eine Länge von 21,5 Metern und eine Breite von 2,6 Metern, das Gewicht beträgt rund 11 Tonnen. Um die Witterungsbeständigkeit zu gewährleisten, wurde die Fassade mit hinterlüfteter Lärchenschalung umgesetzt. Ein zusätzlicher Handlauf sorgt für Sicherheit, während die temporäre Bauwerksabdichtung mit einer vollflächig verklebten Membrane von der Firma SIGA installiert wurde. Die Schülerinnen und Schüler haben hier nicht nur gelernt, wie man eine Brücke baut, sondern auch, wie Baustellenorganisation funktioniert und welche Herausforderungen es zu meistern gilt.
Ein Blick in die Zukunft
Das Projekt ist nicht nur ein Beispiel für praxisnahe Ausbildung, sondern zeigt auch die Verbindung zwischen Theorie und praktischer Anwendung. Die Schüler haben die Möglichkeit, ihre technischen Kenntnisse anzuwenden und zu vertiefen. Die Kombination aus Kreativität, Teamarbeit und mathematischem Verständnis wird hier auf eindrucksvolle Weise gefördert. Es ist spannend zu sehen, wie viele Gruppen stabile und ästhetisch ansprechende Brücken konstruierten, die das vorgegebene Gewicht tragen konnten. Die Unterstützung von Firmen wie Pabst, die mit Holzlieferungen und Einblicken in professionelle Arbeitsprozesse zur Seite standen, ist ein weiterer Pluspunkt für das Projekt.
Das Brückenbauprojekt an der HTL Zeltweg wird auch weiterhin Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, in die Welt des Holzbaus einzutauchen und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Die Murblickbrücke wird nicht nur ein praktisches Bauwerk sein, sondern auch ein Symbol für die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Gemeinde. Die Zukunft sieht vielversprechend aus, und wir sind gespannt, was die jungen Ingenieure als Nächstes in Angriff nehmen werden.
Mehr über die Eröffnung der Murblickbrücke und die Hintergründe des Projekts erfahren Sie in unserem Artikel: hier.
