In Judenburg, einer Stadt im Murtal, brodelt es. Der Erhalt des beliebten Erlebnisbades steht auf der Kippe. Die Stadtgemeinde hat massive Bedenken, da die Kosten zur Erhaltung des Bades in die Höhe schießen. Bademeister Erich Kaltenegger macht auf bröckelnden Verputz und technische Mängel aufmerksam, die bereits jetzt den Betrieb belasten. Laut der Stadtgemeinde sind die Ausgaben für Energie und Technik ein weiterer schwerer Brocken, den man nicht ignorieren kann. Jedes Jahr strömen über 30.000 Besucher ins Erlebnisbad, mehr als 5.000 Kinder aus 20 Schulen lernen dort schwimmen – ein wertvoller gesellschaftlicher Treffpunkt und ein wichtiges Ausflugsziel. Doch die jährlichen Verluste belaufen sich auf über 600.000 Euro, die die Stadt alleine stemmen muss. Um die Technik zu modernisieren, sind Investitionen von mehreren Millionen Euro nötig.

Die SPÖ hatte bereits im Vorjahr Unterstützung vom Land Steiermark gefordert, doch bisher blieb dies ohne Erfolg. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedete der Rat eine Resolution an das Land Steiermark, die breite Zustimmung fand – bis auf die FPÖ. Vizebürgermeisterin Silvia Klingsbigl fordert inzwischen, dass die Gemeinde zunächst ihre eigenen Aufgaben erledigen sollte. Die Situation ist angespannt, denn Landeshauptmann Mario Kunasek hat in den letzten Tagen den Schwimmunterricht in den letzten Schultagen gefordert, was die Dringlichkeit der Infrastruktur unterstreicht. Nicht zuletzt sind mehrere Sanierungsvarianten für das Erlebnisbad bereits in Planung.

Schwimmen als Lebenskompetenz

Die Diskussion um das Erlebnisbad geht weit über Judenburg hinaus. Schwimmen ist eine zentrale Lebenskompetenz, die Sicherheit gibt – und im Ernstfall sogar Leben retten kann. Nationalrat Wolfgang Moitzi, Bürgermeisterin Mag. Elke Florian und ATUS-Vorsitzender Gernot Pirkwieser fordern ein Sonderbudget des Landes Steiermark, um die Bäderinfrastruktur zu erhalten und Schwimmkurse flächendeckend anzubieten. Aktuelle Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit sind alarmierend: Über 600.000 Menschen in Österreich können nicht schwimmen, und etwa 10% der 5- bis 19-Jährigen haben keine Schwimmkenntnisse. Das ist ein großes Problem, denn jährlich gibt es bis zu 47 Ertrinkungsunfälle. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig Schwimmkurse sind – insbesondere in einer Zeit, wo viele Kinder in der Pandemie nicht schwimmen lernen konnten.

ATUS-Vorsitzender Gernot Pirkwieser hebt die Rolle von Vereinen in der Schwimmausbildung hervor. Sein Verein hat 400 Mitglieder und kann auf stolze Erfolge verweisen: 40 Medaillen und 20 Meistertitel wurden bereits errungen. Zudem hat der Verein fast 5.200 Kindern das Schwimmen nähergebracht. In Judenburg ist das Erlebnisbad nicht nur ein Ort für Spaß und Sport, sondern auch eine wichtige Ausbildungsstätte. Bürgermeisterin Elke Florian bestätigt die Bedeutung des Erlebnisbads: Es zieht jährlich rund 35.000 Gäste an und hat Betriebskosten von 780.000 Euro, wobei die Einnahmen nur bei 140.000 Euro liegen. Der Defizit von 640.000 Euro ist einfach nicht tragbar, und es wird dringend nach Lösungen gesucht.

Die Zukunft des Erlebnisbades

Die vorliegenden Zahlen sind ein klarer Weckruf. Laut einer Studie des KFV wird bis 2025 der Anteil der Personen in Österreich, die nicht schwimmen können, bei 7 Prozent liegen – das sind rund 630.000 Menschen. Besonders besorgniserregend ist, dass der Anteil unsicherer Schwimmer unter den 10- bis 14-Jährigen schlechter ausfällt als in den Vorjahren. Die Pandemie hat hier ihre Spuren hinterlassen, da viele Kinder in der Volksschule nicht schwimmen lernen konnten. Besonders betroffen sind die heute 11- bis 12-Jährigen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, die Schwimmkompetenz der Kinder in den Fokus zu rücken und die Infrastruktur entsprechend zu fördern.

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Einig sind sich die Beteiligten, dass ein Sonderbudget zur Unterstützung der Bäderinfrastruktur und zur Finanzierung von Schwimmkursen unerlässlich ist. Der Erhalt des Erlebnisbades in Judenburg ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern betrifft die gesamte Region. Die Zeit drängt, und die Stadtgemeinde hofft auf baldige Unterstützung vom Land, um diese wichtige Einrichtung zu retten.

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