Die Maibaum-Challenge in der Steiermark hat wieder für Furore gesorgt. Leserinnen und Leser haben online abgestimmt, und das Ergebnis steht fest: Die Feuerwehr Straden hat im Bezirk Südoststeiermark den Sieg mit stolzen 806 Stimmen errungen. Das ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Zeichen für die lebendige Tradition, die in Straden von Generation zu Generation weitergegeben wird. HBI Alfred Berghold äußerte seinen Stolz über den erneuten Erfolg und die aktive Pflege des Brauchtums durch die Gemeinde. Der Maibaum, der heuer von der Familie Anton Fortmüller gespendet wurde, ist beeindruckende 24 Meter hoch und zeichnet sich durch kunstvolle Schnitzereien aus, die von „Schnitzmeister“ Andreas Fortmüller und seinen Kameraden geschaffen wurden.

Geheimnisvoll bleibt der Standort, an dem der Baum geschnitzt wurde, um Diebstahl zu vermeiden. Doch das Aufstellen selbst ist ein Gemeinschaftswerk: Mit „Schwappeln“ und 20 bis 30 Helfern wird der Baum ohne maschinelle Hilfe in die Höhe gehoben. Der Baum, der jährlich neu gestaltet wird, ziert heuer die Friedenstaube und die Figur „Der kleine Drache Krisu“, die die jungen Mitglieder und die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr symbolisiert. Auch wenn Straden im Bezirk gewonnen hat, geht der Landessieg an den Brauchtumsverein „Vebuto“ aus dem Admonter Oberhof mit 1.873 Stimmen, gefolgt von der JVP Ragnitz und den Höllberger Hobbystockschützen aus Hitzendorf.

Tradition und Brauchtum

Der Maibaum hat eine lange Geschichte in der Steiermark. Ursprünglich wird angenommen, dass die Tradition des Maibaum-Aufstellens bis ins Jahr 1230 zurückreicht. Damals wurde er am Wiener Hof aufgestellt. Die Fichte, die für den Maibaum verwendet wird, wird sorgfältig entästet und entrindet. Am Abend vor dem 1. Mai wird er dann mit Kränzen, Girlanden und Bändern geschmückt. Oft übernehmen örtliche Landjugend, Trachtenvereine oder Dorfgemeinschaften die Organisation. Das Aufstellen selbst geschieht in der Regel mit Muskelkraft, manchmal wird auch ein Kran eingesetzt.

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Maibaumwache, die nach dem Aufstellen beginnt. Diese dient dazu, den Baum vor Diebstahl oder Beschädigung durch benachbarte Gruppen zu schützen. Die emotionalen Wurzeln des Brauchs ziehen sich durch die Jahrhunderte. Zeitungsberichte aus dem 19. Jahrhundert und sogar ein Gerichtsfall von 1867 belegen die große Bedeutung des Maibaums für die Gemeinden. Die Tradition hat in der Gegenwart nicht an Relevanz verloren und ist nach wie vor ein zentrales Ereignis im Dorfleben. Von der Fällung bis zum Aufstellen – alles geschieht durch die Hände der Menschen vor Ort.

Der Maibaum ist auch ein Symbol für Zusammenhalt, handwerkliches Können und die Weitergabe von Traditionen über Generationen hinweg. Ob beim Maibaum-Kraxeln oder beim Bandltanz – die Gemeinschaft kommt zusammen, um zu feiern und die Tradition lebendig zu halten. Das Aufstellen von heimlichen Maibäumchen vor Häusern oder Fenstern ist dabei ein weiterer schöner Brauch, der die Nachbarn wertschätzt und verbindet.

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In dieser Atmosphäre des Miteinanders und der Freude zeigt sich, wie wichtig solche Traditionen für die Identität und das Gemeinschaftsgefühl der Menschen in der Steiermark sind. Der Maibaum wird nicht nur aufgestellt – er wird gelebt.