In der Südoststeiermark und in Fürstenfeld gibt es ein wachsendes Problem: Die Zahl der Kinder, die in psychisch belasteten Familien aufwachsen, nimmt zu. Schätzungen zufolge wachsen etwa 3-5% aller Minderjährigen mit psychisch erkrankten Eltern auf. Das ist eine besorgniserregende Zahl, denn rund 60% dieser Kinder entwickeln im Laufe ihrer Entwicklung selbst psychische Belastungen oder Auffälligkeiten. Um diesen Kindern zu helfen, wurde das Projekt „Patenfamilien für Kinder psychisch belasteter Eltern“ ins Leben gerufen, das 2023 ausgebaut wurde. Dringend gesucht werden ehrenamtliche Patinnen und Paten, die bereit sind, den kleinen Seelen zur Seite zu stehen.
Das Projekt, das 2017 in Graz gestartet ist, hat sich inzwischen auf viele Regionen der Steiermark ausgeweitet. In der Südoststeiermark wird es durch die fünf Träger der Psychosozialen Dienste Steiermark umgesetzt. Klara Schubert und Bianca Hörmann koordinieren die Patenschaften vor Ort und sorgen dafür, dass die Hilfe langfristig und nachhaltig ist. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren, und nach einem ersten Kennenlernen folgen regelmäßige, individuell gestaltete Treffen. Hierbei handelt es sich um langfristige Patenschaften, die fachlich begleitet werden. Einmal jährlich gibt es Gespräche und Austauschtreffen, die den Austausch zwischen Paten und Koordinatoren fördern.
Wichtige Schulung für neue Patinnen und Paten
Die nächste Schulung für neue Patinnen und Paten startet am 19. Juni 2026. In einer 30-stündigen Schulung werden die zukünftigen Unterstützer auf ihre wichtige Aufgabe vorbereitet. Diese Schulung ist entscheidend, denn die ehrenamtlichen Helfer müssen gut auf die Herausforderungen vorbereitet sein, die sie erwarten können. Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft haben, können Sie sich direkt an Klara Schubert unter 0664 / 80785 4297 oder Bianca Hörmann unter 0664 / 80785 4298 wenden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aufklärung über psychische Erkrankungen. Sie ist unerlässlich, um Schuldgefühle bei den betroffenen Kindern zu vermeiden.
Die ARGE-Partner bieten zudem Sensibilisierungsworkshops für PädagogInnen und Betreuungspersonen in Kindergärten und Schulen an. Diese Workshops sind wichtig, um das Verständnis für die Herausforderungen, mit denen Kinder aus psychisch belasteten Familien konfrontiert sind, zu fördern. Oft werden psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen spät erkannt oder aus Scham tabuisiert. Laut der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ erhalten nur etwa 5-10% der betroffenen Kinder professionelle Hilfe. Es gibt jedoch Möglichkeiten zur Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung.
Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, psychische Probleme als Tabuthema zu enttabuisieren und betroffenen Kindern und Jugendlichen rechtzeitig Hilfe zu bieten. Dabei finanziert sie ausschließlich eigene Programme und bietet keine psychologische oder psychiatrische Einzelfallberatung an. Betroffene sollten sich zunächst an ihren Kinderarzt oder ihre Kinderärztin wenden, die gegebenenfalls einen Facharzt empfehlen können. Es ist wichtig, dass diese Themen offen angesprochen werden, um den betroffenen Kindern die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie so dringend benötigen.