Die Elektrifizierung der steirischen Westbahn sorgt derzeit für viel Gesprächsstoff im Bezirk Voitsberg. Als das größte Elektrifizierungsprojekt in Österreich angestoßen, hat es bereits eine Reihe von Diskussionen über die Projektdauer und die Auswirkungen auf die Region ausgelöst. Besonders die Verschiebung der Inbetriebnahme von ursprünglich 2028 auf 2033 hat bei regionalen Vertretern und Bürgern für Unmut gesorgt.
Vertreter der Wirtschaftskammer (WKO) und des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) sowie die Bürgermeister des Bezirks fordern eine Fertigstellung bis zum ursprünglichen Termin im Jahr 2028. Bedenken werden geäußert, dass die verlängerte Wartezeit negative Auswirkungen auf die Pendlerlage, die regionale Wirtschaft und möglicherweise sogar auf den Verkehr in der Region haben könnte. ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel hat die Mittelvergabe als verkehrspolitische Entscheidung bezeichnet, was die Diskussion um die Prioritäten der Elektrifizierung weiter anheizt.
Fortschritte und Herausforderungen
Die Umsetzung der Elektrifizierung zwischen Graz und Lieboch verläuft jedoch laut ÖBB planmäßig. Aktuell werden die Unterlagen für die eisenbahnrechtliche Baugenehmigung finalisiert und sollen in den nächsten Monaten eingereicht werden. Nach der Genehmigung stehen dann Grundeinlösungen sowie die Detail- und Ausschreibungsplanung auf dem Programm. Erste Vorarbeiten sind ab 2027 geplant, und bereits seit Anfang des Jahres wird in der Weststeiermark aktiv an der Modernisierung gearbeitet.
Die Modernisierung umfasst nicht nur die Bahnstrecke selbst, sondern auch die Bahnhöfe, die alle umfassend modernisiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Kremser Tunnel, der für die Elektrifizierung aufgeweitet werden muss. Für die Zeit der Baumaßnahmen ist eine komplette Sperrung der Bahnstrecke zwischen Lieboch und Köflach zwischen dem 11. Juli und dem 10. Oktober 2026 sowie vom 7. Jänner bis zum 19. September 2027 vorgesehen. In dieser Zeit wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Ökologischer Wandel und Zukunftsperspektiven
Das Elektrifizierungsprojekt, das seit 2021 in Planung ist, umfasst insgesamt 91 Kilometer Bahnstrecke und zielt darauf ab, umweltfreundlichere, schnellere und häufigere Zugverbindungen zu schaffen. Mit einer Gesamtinvestition von etwa 543 Millionen Euro wird angestrebt, die jährliche CO2-Einsparung auf der Steirischen Westbahn auf 16.000 Tonnen zu erhöhen. Bereits jetzt sind rund 75 % des ÖBB-Streckennetzes elektrifiziert.
Die erste Teilinbetriebnahme ist für den Sommer 2025 vorgesehen, wobei der elektrifizierte Abschnitt zwischen Wettmannstätten und Wies/Eibiswald in Betrieb genommen wird. Ab Dezember 2025 wird die Verbindung zur Koralmbahn über einen neuen Bahnhof in der Weststeiermark möglich sein. Dies wird durch die Planung von vier neuen Nahverkehrsknoten in Graz ergänzt, wobei der erste Nahverkehrsknoten in der Peter-Rosegger-Straße entstehen wird. Diese Maßnahmen sollen den Umstieg von S-Bahn zu innerstädtischem Verkehr erleichtern.
Insgesamt wird die Elektrifizierung der Steirischen Westbahn nicht nur die Fahrzeiten verkürzen und den Fahrplantakt verbessern, sondern auch die Sicherheit und Barrierefreiheit an den Bahnhöfen erhöhen. Die Modernisierung aller Haltestellen in diesem Abschnitt soll bis 2028 abgeschlossen sein, was den Fahrgästen zugutekommt und die Bahnstrecke umweltfreundlicher sowie effizienter macht.
Für die Region Voitsberg bleibt abzuwarten, wie die Entwicklungen der kommenden Monate und Jahre verlaufen werden. Die Diskussion um die Elektrifizierung zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Interessenvertretern für die Zukunft der Mobilität in der Region ist. Kleine Zeitung und ÖBB Presse bieten hierzu umfassende Informationen und Updates.