Am vergangenen Wochenende, genauer gesagt am Samstag, dem 30. Mai, fand am Pibersteiner See in Maria Lankowitz eine beeindruckende Katastrophenübung statt. Über 150 Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Organisationen nahmen an dieser großangelegten Übung teil, die unter dem Titel „Menschenrettung nach Murenabgang“ stand. Organisiert und geleitet wurde die Übung von Kurt Rath von der Steirischen Wasser-Rettung und Michael Jeschelnig von der Abteilung Katastrophenschutz. Die Übung diente nicht nur der Simulation realitätsnaher Bedingungen, sondern auch der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rettungsorganisationen.

Ein simulierter Murenabgang, ausgelöst durch Starkregen, stellte die Rettungskräfte vor massive Herausforderungen. Die Zufahrtsstraße zum Pibersteiner See war blockiert, mehrere Fahrzeuge stürzten ins Wasser, und rund zehn Personen befanden sich in akuter Lebensgefahr. Die Situation war ernst, als Diesel aus beschädigten Fahrzeugtanks austrat und eine zusätzliche Gefährdung für die Gewässer darstellte. In dieser kritischen Lage löste die Polizei Großalarm aus, und die Landeswarnzentrale alarmierte die Einsatzkräfte. Zwei Hubschrauber, darunter der AW169 „Lion“ des Bundesheeres und ein weiterer Hubschrauber des Innenministeriums, transportierten schnell Einsatzkräfte ins Krisengebiet.

Einsatzkräfte im Notfall

Die Steirische Wasser-Rettung, unterstützt von der Österreichischen Wasser-Rettung und dem Roten Kreuz Voitsberg-Köflach, war schnell zur Stelle, um die vermissten Personen aus dem Wasser zu retten. Das Rote Kreuz war mit 14 Mitarbeitern, darunter Notärztinnen und Notfallssanitäter, vor Ort. Verletzte erhielten sofortige Erstversorgung und wurden dann an die Bergrettung übergeben, die den Abtransport über unwegsames Gelände übernahm. Während der Übung kenterten vier Personen im See und mussten mit einem Hubschrauber in einer dramatischen Rettungsaktion geborgen werden.

Ein weiterer spannender Aspekt war die Herausforderung, die Schaulustige und unbeteiligten Personen von der Einsatzstelle fernzuhalten. Diese behinderten zeitweise den Einsatz, konnten jedoch von der Exekutive kontrolliert werden. Die Feuerwehren arbeiteten unter Hochdruck an einer behelfsmäßigen Zufahrt zum See, während Einsatztaucher eine gemeinsame Suchaktion nach vermissten Personen durchführten. Zudem wurden spezielle Boote eingesetzt, um den simulierten Mineralölaustritt zu bekämpfen. Die Ölschadensstützpunkte aus Voitsberg errichteten Ölsperren, um die Umweltgefahr einzudämmen.

Ein großer Erfolg

Die Übung, die um 13 Uhr mit einem Notruf eines Anrainers begann, endete mit einer gemeinsamen Nachbesprechung aller beteiligten Organisationen. Ziel war es, die Führungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen zu testen und die Sicherheit der Gemeinschaft zu verbessern. Die Stadtgemeinde Köflach lud die Einsatzkräfte zu einem kleinen Imbiss ein, was einen gelungenen Abschluss für einen intensiven Übungstag darstellte.

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Das große Interesse der Bevölkerung an dieser Übung zeigt, wie wichtig das Bewusstsein für Katastrophenschutz ist. Solche Übungen sind unerlässlich, um im Ernstfall optimal reagieren zu können. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen sich für die Sicherheit ihrer Mitbürger engagieren und bereit sind, im Notfall ihr Leben zu riskieren. Für alle Beteiligten war diese Übung nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Lernerfahrung.

Die Berichterstattung über diese Übung und die Einsatzbereitschaft der Helfer kann unter meinbezirk.at nachgelesen werden. Auch die Aktuellen Nachrichten berichteten ausführlich über das Geschehen und die Abläufe der Übung.