In Voitsberg steht ein bedeutendes Bauwerk vor einer dringend benötigten Teilsanierung: die Michaelikirche, die älteste Kirche der Stadt. Diese wunderschöne römisch-katholische Filialkirche, auch bekannt als Stadtkirche St. Michael, wird seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1268 als wichtiger Teil der Gemeinde geschätzt. Doch der Zahn der Zeit nagt an der Fassade, insbesondere auf der Westseite, wo der Putz bröckelt und die Schönheit des Bauwerks zu verlieren droht.
Die Pfarre Voitsberg hat nun den Plan gefasst, eine Teilsanierung durchzuführen, die sich auf den Kirchturm, die Fensterrahmen, die Portale und die Westseite mit dem Haupteingang konzentriert. Leider ist eine umfassende Generalsanierung, die mit stolzen 400.000 Euro zu Buche schlägt, momentan nicht finanzierbar. Vor 15 Jahren wurde immerhin das Innere der Kirche einer Renovierung unterzogen, was die Dringlichkeit der Außenarbeiten umso mehr unterstreicht. Zudem müssen Platten im Hof vor der Kirche teilweise ausgetauscht und neu befestigt werden, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.
Ein gesellschaftlicher Zentralort
Bürgermeister Bernd Osprian hebt die Bedeutung der Michaelikirche als gesellschaftlichen Zentralort hervor. Ein Ort, an dem sich die Gemeinschaft trifft und der eine zentrale Rolle im Leben vieler Menschen spielt. Das Bundesdenkmalamt hat bereits der Renovierung zugestimmt, was ein positives Zeichen für die Pfarre ist. Um die finanziellen Mittel zu beschaffen, hat die Pfarre einen ersten Spendenaufruf gestartet, der bereits erste Gelder gesammelt hat.
Im Herbst stehen zudem zwei Benefizveranstaltungen an, die die Kasse aufbessern sollen. Vom 27. September bis 4. Oktober werden in der Michaelikirche Kunstwerke präsentiert und versteigert. Das ist doch mal eine tolle Gelegenheit, Kunstliebhabern und Unterstützern der Kirche eine Plattform zu bieten! Ein weiteres Highlight wird das Benefizkonzert am 23. Oktober um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef sein. Wer als Teilnehmer mitwirken möchte, kann sich bis zum 30. Mai bei der Stadtgemeinde Voitsberg melden – also, ran an die Instrumente!
Eine Kirche mit Geschichte
Die Michaelikirche ist nicht nur ein bedeutendes religiöses Gebäude, sondern auch ein historisches Denkmal. Im Laufe der Jahrhunderte hat sie zahlreiche Veränderungen erlebt. So wurde der Chor im 14. Jahrhundert erweitert, und das Langhaus erhielt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts seine endgültige Form. Ein markantes Merkmal ist der 51,5 Meter hohe Chorquadratturm, der durch seinen gotischen Stil besticht und von abgetreppten Strebepfeilern flankiert wird. Die westliche Fassade wurde 1893 stark überarbeitet, was dem Bauwerk einen frischen Anstrich verlieh.
Ein Blitzschlag im Jahr 1607 beschädigte den Kirchturm, der erst ab 1611 wiederhergestellt wurde. Immer wieder wurden im Laufe der Jahrhunderte Renovierungsarbeiten durchgeführt – zuletzt zwischen 2000 und 2002, als die Fenster saniert wurden. Die Kirche ist eine spätromanische, dreischiffige Hallenkirche, die durch ihre architektonische Vielfalt besticht. Besonders die neogotische Kircheneinrichtung und die Orgel von 1893, die 2002 renoviert wurde, verleihen dem Gotteshaus einen besonderen Charme.
Die Michaelikirche ist mehr als nur ein Gebäude. Sie ist ein lebendiger Teil der Geschichte Voitsbergs, ein Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Mit der anstehenden Teilsanierung wird sie hoffentlich bald wieder in neuem Glanz erstrahlen und weiterhin als zentraler Treffpunkt für die Gemeinde dienen. Wer die Geschichte der Kirche und ihrer Bedeutung für die Stadt nachvollziehen möchte, findet beim Besuch der Kirche viel zu entdecken – sowohl architektonisch als auch historisch.
Für weitere Informationen zur geplanten Teilsanierung und den Benefizveranstaltungen können Interessierte die Quelle konsultieren.