Zeitpolster-Projekt stärkt Nachbarschaftshilfe in der Weststeiermark
In der Weststeiermark blüht ein spannendes Sozialprojekt, das die Nachbarschaftshilfe auf eine ganz besondere Art und Weise fördert. Das Konzept des Zeitpolsters – das mittlerweile in ganz Österreich mit 54 Gruppen und über 2.300 aktiven Menschen etabliert ist – ermöglicht es den Teilnehmern, Zeitguthaben zu sammeln, indem sie anderen helfen. Diese Guthaben können später eingelöst werden, wenn man selbst Unterstützung benötigt. Ein interessantes Modell, das nicht nur den Zusammenhalt stärkt, sondern auch den sozialen Kontakt fördert.
Das Interesse an der Gründung einer neuen Zeitpolster-Gruppe in den Bezirken Voitsberg und Deutschlandsberg wächst stetig. Vor kurzem trafen sich Vertreter aus beiden Regionen im Bildungs- und Begegnungszentrum Voitsberg. Unter den Teilnehmern waren Community Nurse Karin Kalkhofer und Leader-Managerin Elfriede Pfeifenberger, die gemeinsam darüber diskutierten, wie die neuen Gruppen erfolgreich etabliert werden können. Birgit Wurzwallner, die Regionalkoordinatorin für Steiermark, unterstützt diesen Ausbau und begleitet die neuen Initiativen tatkräftig.
Unterstützung für die Gemeinschaft
Das Angebot des Zeitpolsters richtet sich hauptsächlich an ältere Menschen und Familien, die im Alltag Unterstützung benötigen. Sei es beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder einfach nur bei einem gemeinsamen Spaziergang – die Helfenden erhalten für ihre Zeit Zeitgutschriften, während die Unterstützung einen Kostenbeitrag von elf Euro pro Stunde umfasst. Ein fairer Deal, der nicht nur den Bedürftigen hilft, sondern auch das soziale Engagement in der Gemeinschaft fördert.
Wurzwallner sieht großes Potenzial für Nachbarschaftshilfe in der Weststeiermark. Die Idee ist es, ein Netzwerk aufzubauen, das nicht nur die Lebensqualität erhöht, sondern auch den sozialen Zusammenhalt stärkt. Interessierte Bürger können sich direkt an Birgit Wurzwallner unter birgit.wurzwallner@zeitpolster.com wenden, um Gruppen zu gründen oder Unterstützung zu erhalten. Weitere Informationen sind auf der Website www.zeitpolster.com verfügbar.
Zeitbanken als Zukunftsmodell
Das Konzept der Zeitpolster ist nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Ländern ein Thema. Zeitbanken, wie sie auch in Deutschland existieren, bieten ein ähnliches Modell. Ehrenamtliches Engagement wird honoriert, und die geleisteten Stunden können im Alter oder bei Pflegebedarf abgerufen werden. Es ist ein Ansatz, der soziale Kontakte und gegenseitige Unterstützung in den Vordergrund stellt – ein bisschen wie beim Tauschring, jedoch ohne die Absicht, Profit zu machen.
Besonders interessant wird es, wenn man bedenkt, dass Zeitbanken als viertes Standbein der Altersvorsorge fungieren können. Sie bieten eine Möglichkeit, inflationssicher und selbstbestimmt für die Zukunft vorzusorgen, während man gleichzeitig in der gewohnten Umgebung leben kann. Das ist nicht nur ein Vorteil für die älteren Menschen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt. Leider stagnieren Zeitbanken in Deutschland, während sie in Ländern wie Österreich, Großbritannien, Japan und den USA weiterhin an Bedeutung gewinnen.
Insgesamt ist das Zeitpolster-Projekt in der Weststeiermark ein vielversprechender Schritt in Richtung einer stärkeren Nachbarschaftshilfe. Die sozialen Vernetzungen, die hier entstehen können, sind nicht nur wertvoll, sie könnten auch als Inspiration für andere Regionen dienen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Initiative weiterentwickeln wird.
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