Heute, am 6. Juni 2026, fand im Bezirk Weiz ein bewegendes Ereignis statt. Der Verein Lila Winkel besuchte das BORG Birkfeld und feierte damit das 400. Zeitzeugengespräch in dieser Region. Ein Anlass, der nicht nur bemerkenswert ist, sondern auch eine wichtige Plattform für die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte bietet. Die Schüler waren durch eine Exkursion nach Mauthausen auf das Gespräch vorbereitet und zeigten sich sichtlich berührt von den Erzählungen der Zeitzeugen.

Judith Ribic, Zeitzeugin der zweiten Generation, und Harald Schober, Referent des Vereins, waren an diesem Tag anwesend. Ihre Geschichten, die sie aus einer Zeit voller Trauer und Verlust erzählten, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Ein Schüler äußerte treffend die Wichtigkeit, die damaligen Geschehnisse nicht zu vergessen – Worte, die im Raum schwebten und die anderen Schüler zum Nachdenken anregten. Einige von ihnen schrieben sogar ihre Gedanken in das „Buch der Erinnerungen“, ein Zeichen dafür, dass diese Erlebnisse nicht nur gehört, sondern auch festgehalten werden sollten.

Erinnerungen, die bewegen

Besonders eindrucksvoll war die Äußerung von Schülerin Elisa, die den Wunsch äußerte, dass die Jugend über die damaligen Ereignisse aufgeklärt werden sollte. Ihre Worte hallten nach, und es wurde klar, dass das Interesse an den Schicksalen der betroffenen Personen groß war. Sie wollten nicht nur hören, sie wollten verstehen. Der Verein Lila Winkel spielt hierbei eine entscheidende Rolle, denn er leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Jugendlichen über die Gräueltaten der Vergangenheit und die Bedeutung von Toleranz und Menschlichkeit.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie wichtig solche Gespräche sind. Alex Ebstein, ein Überlebender, wurde 1926 in einer jüdischen Familie geboren. Früh erlebte er die Verfolgung der Juden, die nach Hitlers Machtübernahme 1933 begann. Seine Erlebnisse, von der Einführung des Judensterns bis hin zur Deportation, sind Teil einer erschütternden Realität. Die letzte Fahrt nach Auschwitz war die letzte Zeit, die er mit seiner Mutter verbringen konnte. Solche Geschichten machen die abstrakte Geschichte greifbar.

Wissen bewahren und weitergeben

Wir leben in einer Zeit, in der das Bewusstsein für die Vergangenheit von entscheidender Bedeutung ist. Die Auseinandersetzung mit solchen Themen darf nicht aufhören. Das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München bietet beispielsweise Zugang zum Visual History Archive der USC Shoah Foundation, das über 50.000 Interviews mit Zeitzeugen aus aller Welt enthält. Diese Sammlung ist nicht nur für die Forschung von Bedeutung, sondern bietet auch der Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich mit den Erfahrungen von Überlebenden auseinanderzusetzen.

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Die Interviews sind in 62 Ländern und 41 Sprachen aufgezeichnet und bilden ein wichtiges Arbeitsinstrument für die Lehre und Forschung am IfZ. Interessierte können im Lesesaal 1 und im Informationszentrum des IfZ kostenfrei auf diese Interviewsammlung zugreifen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 9.00 bis 19.00 Uhr, und die Bibliothek stellt sogar Kopfhörer zur Verfügung – einfach eine tolle Gelegenheit, in die Geschichten einzutauchen!

Diese Veranstaltungen und Archive sind entscheidend, um das Gedächtnis lebendig zu halten. Es ist wichtig, dass wir unsere Geschichte nicht vergessen, und dass wir sie weitergeben – an die nächste Generation und darüber hinaus. Die Erzählungen der Zeitzeugen sind nicht nur Geschichten aus der Vergangenheit, sie sind eine Mahnung für die Zukunft.