In der idyllischen Region rund um Weiz, speziell in Preding, macht sich in diesem Jahr eine bittere Enttäuschung breit: Das beliebte Erdbeerland bleibt geschlossen. Ein Umstand, der vor allem die kleinen und großen Erdbeerliebhaber hierzulande schwer trifft. Die Gründe? Nun, die Natur hat ihre eigenen Pläne gemacht. Trockenheit und Frost haben die Felder heuer stark in Mitleidenschaft gezogen. In vielen Regionen, einschließlich der Felder rund um Graz, wird von einem Ernteausfall von bis zu 80 Prozent berichtet. Und auch das Erdbeerfeld in Weiz bleibt von diesen Widrigkeiten nicht verschont, wie auch die Kleine Zeitung vermeldet.
Doch es gibt auch Lichtblicke! In Gleisdorf-Süd und Hofstätten an der Raab dürfen sich die Erdbeerfans freuen: Dort soll die Ernte bereits Mitte bis Ende nächster Woche beginnen. Und in Flöcking, unweit des Gasthaus Gölles, hat die Erdbeersaison schon am Dienstag ihren Anfang genommen. Die Familie Schinnerl aus Neudorf bei St. Ruprecht an der Raab berichtet von einem regelrechten Ansturm auf ihr Erdbeerfeld. Wer jetzt denkt, dass die Erdbeeren einfach so zum Pflücken bereitstehen, der irrt sich ein wenig. Der Trend des Selbstpflückens scheint langsam zu schwinden – die Leute sind zwar zahlreich auf den Feldern, aber die Menge der gepflückten Erdbeeren nimmt ab. Der Grund? Viele scheinen die Früchte lieber gleich frisch zu verarbeiten, anstatt Marmelade zu kochen.
Ein Blick über die Grenzen
Doch das ist nicht nur ein regionales Phänomen. Auch in Deutschland, dem Nachbarn im Norden, sieht es für die Erdbeerernte 2024 düster aus. Landwirtschaftsbetriebe erwarten die niedrigste Freiland-Erdbeerernte seit 1995. Voraussichtlich sollen nur rund 70.000 Tonnen Erdbeeren geerntet werden. Das entspricht einem Rückgang von 24 Prozent im Vergleich zur Ernte 2023, die mit 92.700 Tonnen deutlich üppiger ausfiel. Besonders auffällig: Die Anbauflächen sind um 13 Prozent geschrumpft und belaufen sich nun auf etwa 8.100 Hektar – der niedrigste Wert seit 1995! Das alles geschieht in einem Jahr, in dem starke und langanhaltende Regenfälle in einigen Regionen für massive Ernteausfälle gesorgt haben.
Die größten Erntemengen werden in Niedersachsen mit 22.200 Tonnen erwartet, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Interessanterweise sind auch die Spargelernte und andere Feldfrüchte betroffen, was die Situation für viele Landwirte zusätzlich erschwert. Hohe Betriebskosten und Inflation führen zu einer verringerten Nachfrage und damit zu reduzierten Produktionsflächen. Das alles zeigt, dass die Landwirtschaft in diesem Jahr vor enormen Herausforderungen steht.
Es bleibt zu hoffen, dass die Witterung in den kommenden Wochen stabil bleibt und die verbliebenen Erdbeerfelder in der Region, wie in Gleisdorf und Flöcking, eine erfolgreiche Saison erleben können. Vielleicht wird das Erdbeerland in Weiz nächstes Jahr wieder seine Pforten öffnen – man kann ja schließlich nie wissen, was die Natur noch bereithält.
