In der kleinen Stadt Weiz tut sich einiges, wenn es um die Förderung von Mädchen in technischen Berufen geht. Die HTL Weiz hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Mädchenanteil an der Schule zu erhöhen und damit eine Willkommenskultur für weibliche Talente zu schaffen. Aktuell besuchen rund 90 Schülerinnen die HTL, was zwar ein Anfang ist, aber noch lange nicht ausreicht. Therese Niss, die Gründerin der MINTality Stiftung, hebt die Wichtigkeit von Projekten hervor, die speziell auf Mädchen zugeschnitten sind. So plant die HTL Weiz verschiedene Mädchenevents und Ausflüge zu Veranstaltungen, die sich mit Themen rund um Frauen in der Technik beschäftigen.

Zusätzlich werden Selbstverteidigungskurse angeboten, um das Selbstbewusstsein der Schülerinnen zu stärken. An den Toiletten der Schule finden sich Damenhygieneartikel, die zur freien Entnahme bereitliegen – ein kleiner, aber wichtiger Schritt, um das Wohlbefinden der Mädchen zu fördern. Besonders erwähnenswert ist auch, dass es spezielle Mädchenbeauftragte unter den Lehrerinnen und Schülervertreterinnen gibt, die als Ansprechpartnerinnen fungieren. Das Ziel dieser Initiativen ist klar: Stereotype Rollenbilder sollen aufgebrochen werden und Technik soll für Mädchen attraktiver gestaltet werden.

Herausforderungen und Chancen

Interessanterweise ist der Mädchenanteil an vielen HTLs in Österreich nach wie vor zu gering. Die Abbruchquote unter Schülerinnen liegt etwa sechs Prozentpunkte höher als bei ihren männlichen Kollegen. Diese Zahlen sind alarmierend und zeigen, dass es noch viel zu tun gibt. Die MINTality Stiftung engagiert sich seit Jahren für die Förderung von Mädchen in MINT-Fächern und setzt sich aktiv für Chancengerechtigkeit in technischen Ausbildungen ein. Weitere Informationen über ihre Arbeit finden sich auf mintality.at.

Ein Blick über die österreichischen Grenzen zeigt, dass die Herausforderungen nicht nur lokal, sondern auch international bestehen. Ein OECD-Bericht hebt geschlechtsspezifische Unterschiede im MINT-Bereich hervor – global gesehen sind nur 30 % der Anfänger*innen in MINT-Studiengängen Frauen. Frauen wechseln häufiger als Männer vor dem Abschluss den Bildungsgang, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Isolation, Mikroaggressionen und eine männerdominierte Kultur tragen dazu bei, dass Frauen sich in diesen Bereichen oft nicht zugehörig fühlen.

Initiativen für eine bessere Zukunft

In vielen OECD-Ländern wurden bereits Initiativen ins Leben gerufen, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu verringern. In Deutschland werden gezielte Maßnahmen zur MINT-Bildung und Chancengerechtigkeit im Hochschulbereich ergriffen. Programme wie Girls’Day bieten Mädchen die Möglichkeit, Berufsfelder in IT, Naturwissenschaften und Technik kennenzulernen. Das National MINT Forum vereint über 30 Institutionen, die sich für eine qualitätsorientierte MINT-Bildung einsetzen.

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Auch in Weiz ist man bemüht, diesen globalen Trend aufzugreifen. Die HTL Weiz hat die Chance, als Vorbild zu fungieren und andere Schulen und Bildungseinrichtungen zur Nachahmung zu inspirieren. Die Arbeit von Therese Niss und der MINTality Stiftung ist dabei ein entscheidender Baustein. Wenn es gelingt, mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern, könnte das nicht nur die Gesellschaft bereichern, sondern auch zu einer gerechteren und vielfältigeren Zukunft führen.

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