In einem kleinen, aber aufsehenerregenden Vorfall in Klagenfurt hat ein anonymer offener Brief für ordentlich Wirbel gesorgt. In vielen Haushalten verteilt, wirft dieser den Stadtwerken Klagenfurt (STW) schwere Vorwürfe vor, die mit verschiedenen Skandalen verbunden sind. Die Stadtwerke selbst wehren sich vehement gegen diese Anschuldigungen. Sie bezeichnen den Brief als falsch und diffamierend und prüfen derzeit rechtliche Schritte, um sich zu wehren. Ein Schritt, der, ehrlich gesagt, in dieser Situation nicht verwundert.

Der Vorstand der STW, Erwin Smole, informierte am 20. Mai den Aufsichtsrat über den Verdacht, dass ein in der Energieberatung tätiges Unternehmen hinter dem verunglimpfenden Schreiben steckt. Dieses Unternehmen vermarktet Strom und Gas der STW als selbstständiger Vertriebspartner in einem pyramidenförmigen Netzwerk. Dabei hat ein Streit zwischen den Unternehmen an der Spitze des Systems dazu geführt, dass die Provisionszahlungen ins Stocken geraten sind. Untergeordnete Vertriebspartner klagen darüber, seit Monaten auf Zahlungen für ihre erbrachten Leistungen zu warten und machen die STW dafür verantwortlich. Die Urheberschaft des Briefes konnte von dem genannten Unternehmen nicht klar beantwortet werden.

Rechtliche Schritte und Aufklärung

Die STW hat bereits Klage eingereicht, und die Logistikfirma, die für die Verteilung des Briefes verantwortlich ist, möchte zur Aufklärung beitragen. Sie betont jedoch, dass der Auftraggeber für den Inhalt des Briefes haftet. In der angespannten Situation scheint es, als würde sich alles um Geld und Verträge drehen. Denn die Stadtwerke Klagenfurt haben kürzlich einen Streit mit einem ihrer Vertriebspartner beigelegt. Dies ist vielleicht ein erstes Zeichen, dass die STW versucht, die Wogen zu glätten und sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

Doch das ist nicht alles, was in Klagenfurt gerade passiert. Wie die FP-Entsorgungsreferentin Sandra Wassermann berichtet, werden zwei Elektro-Müll-Fahrzeuge getestet. Ein Kauf dieser Fahrzeuge würde stolze 813.000 Euro an Eigenmitteln erfordern. Und während sich die Stadtwerke mit rechtlichen Auseinandersetzungen herumschlagen, wurde auch der Pachtvertrag mit den Stadtwinzern in der Nähe des Strandbads um zehn Jahre bis 2037 verlängert. Auf einem Weingarten am Wörthersee werden auf 1,2 Hektar rund 2800 Rebstöcke bewirtschaftet – ein ganz anderes, aber ebenfalls relevantes Kapitel der Stadtentwicklung.

Komplexe Strukturen in der Energieversorgung

Die Verstrickungen innerhalb der Energieversorgung sind tief und komplex. Ein Beispiel dafür ist Michael Wege, der am 14. November 2014 einen Vertrag über die Vermittlung von Energieverträgen mit der Energie Klagenfurt abschloss. Sein Unternehmen, Unique Energy, spielt eine zentrale Rolle als Schnittstelle zwischen der Energie Klagenfurt und anderen Agenturen wie Alpinenergie. Im Geschäftsjahr 2024 konnte Unique Energy einen Gewinn von knapp 6,2 Millionen Euro verzeichnen. Doch das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Abrechnungen und Provisionszahlungen laufen ausschließlich über Unique Energy, während Alpinenergie keinen Zugang zu den Zahlen der Energie Klagenfurt hat. Im Grunde genommen ist alles ein riesiges Puzzle, bei dem die Teile nicht so recht zusammenpassen wollen.

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Ein Vertrag zwischen Unique Energy und einem Vertriebspartner untersagt direkte Kontakte zum Lieferanten, was die Situation zusätzlich verkompliziert. Im August 2025 informierte Peter Rulofs, Alteigentümer von Alpinenergie, über den Verkauf der Mehrheit seines Unternehmens an eine Investorengruppe. Diese Entwicklungen führten zu aggressiven Maßnahmen seitens Michael Wege, der die Bearbeitungsgebühren für Produkte mit flexiblem Stromtarif erhöhte und ankündigte, die vertraglich vereinbarten Provisionen ab September 2025 nicht auszuzahlen. Alpinenergie, die sich in dieser Lage befand, wandte sich an die Stadtwerke-Manager, erhielt jedoch keine Unterstützung.

Was bleibt, ist ein verworrener Strudel aus rechtlichen Auseinandersetzungen, finanziellen Forderungen und dem ständigen Versuch, die eigenen Interessen zu wahren. Die Stadtwerke Klagenfurt haben die Herausforderung, nicht nur ihre Integrität zu verteidigen, sondern auch ein funktionierendes System aufrechtzuerhalten, das für alle Beteiligten tragfähig ist. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten – aber eines ist sicher: In Klagenfurt wird es in nächster Zeit weiterhin spannend bleiben.