Der Streit um die zweite Stadtbahn-Route in Gallneukirchen hat in den letzten Wochen an Intensität gewonnen. Der Besuch der Planer der Regional-Stadtbahn Linz-Pregarten hat offenbar zu einem Umdenken im Gemeinderat geführt. Im März hatte dieser noch für die vertiefende Prüfung von zwei Trassenvarianten gestimmt. Doch die Vertreter von „Schiene OÖ“ konnten die Mitglieder des Gemeinderats überzeugen, dass nur die Trasse mit Endhaltestelle und Umkehrschleife am Damm, konkret am Sparkassenplatz, sinnvoll sei. Die Alternative, eine Stich-Variante durch die Dr.-Renner-Straße bis zur B125, hätte erhebliche Mehrkosten und Grundablösen zur Folge gehabt, was unweigerlich die Anwohner auf den Plan rief.

Besonders betroffen wären mehrere Einfamilienhäuser entlang des evangelischen Friedhofs gewesen. Die Planung der Stich-Variante wurde als kompliziert eingestuft, da aufwändige Begleitbauten für eine sichere Netzspannung in den Oberleitungen notwendig gewesen wären. Laut „Schiene OÖ“ wäre der zu erwartende Zugewinn an Fahrgastzahlen minimal – angeblich nur 20 neue Fahrgäste pro Tag. Eine solche Perspektive sorgte für Unmut im Gemeinderat, zumal die SPÖ und FPÖ die Dr.-Renner-Straßen-Variante bereits im März abgelehnt hatten. Bürgermeister Sepp Wall-Strasser (SPÖ) äußerte bereits damals, dass die Akzeptanz der Bevölkerung nicht gegeben sei und dass Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stünden.

Der Wendepunkt im Gemeinderat

Am 2. Juli kam es zu einem entscheidenden Moment: Ein Dringlichkeitsantrag im Gemeinderat hob den ursprünglichen Beschluss vom März auf und legte einen Planungsstopp für die Stich-Variante fest. Mit großer Mehrheit stimmten die Gemeinderatsmitglieder für den Antrag, es gab einige Enthaltungen, aber keine Gegenstimmen. Zahlreiche Anrainer der Dr.-Renner-Straße verfolgten die Abstimmung aufmerksam, und die Unterstützung durch die Grünen, die ursprünglich eine „Ringvariante“ bevorzugt hatten, gab dem Beschluss zusätzliches Gewicht. Fraktionsobmann Roland Atzlesberger betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von Effizienz und Sparsamkeit.

Die Bedenken von Thomas Mayr, einem Gallneukirchner Fahrschulinhaber der ÖVP, bezüglich der Grundstücksablösen bei beiden Trassenvarianten sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Mayr sieht in der Erschließung des Nordens von Gallneukirchen wichtige verkehrsstrategische Vorteile, die es zu bedenken gilt. Doch der Widerstand gegen die Dr.-Renner-Straßen-Variante ist stark, und das Gefühl der Bevölkerung zählt hier mehr als theoretische Pläne.

Ein Blick in die Zukunft

Wie es nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Der Planungsstopp könnte die Möglichkeit eröffnen, neue Konzepte zu entwickeln, die besser auf die Bedürfnisse der Gallneukirchner Bürger eingehen. Die Diskussion um die Stadtbahn ist nicht nur ein Thema für die politischen Vertreter, sondern betrifft jeden Einzelnen, der in Gallneukirchen lebt. Die Frage der Mobilität, des Verkehrsflusses und der Lebensqualität in der Stadt bleibt ein zentraler Punkt, der auch in Zukunft viele Gemüter beschäftigen wird.

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