In den letzten zwei Jahren hat sich eine engagierte Gruppe, angeführt von BI-Sprecher Ludwig Gruber, vehement gegen die geplanten Maßnahmen der Tiroler Landesregierung am Fernpass ausgesprochen. Die Situation ist angespannt: Jährlich passieren rund 5,5 Millionen Fahrzeuge die Strecke, die zum Teil nicht effektiv gelenkt oder reduziert werden. Die Bürgerinitiative – bestehend aus Anwohnern und ehemaligen sowie aktiven Gemeindevertretern, darunter Alt-Bürgermeister und Gemeinderäte – hat nun eine Erklärung abgegeben. Darin kritisieren sie das Maßnahmenpaket und fordern eigene Vorschläge zur Verkehrsentlastung. Ein zentraler Punkt ihrer Bedenken ist der geplante Scheiteltunnel, der als Ursache für einen Anstieg des Verkehrs angesehen wird.

Die aktuelle Lage ist nicht zu unterschätzen. Laut der Bürgerinitiative sind die Feinstaub- und Lärmbelastungen bereits im gesundheitsbelastenden Bereich. Joachim Strauß, ein früherer Arzt aus Tarrenz, hat ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Berechnung des Verkehrslärms und der unzureichenden Messmethodik geäußert. Passivsammler für Feinstaubmessungen werden als ineffektiv angesehen. Aktuelle Kontrollen am Fernpass – sie lassen zu wünschen übrig. Unberechtigte Fahrzeuge passieren häufig die Strecke, was die Problematik nur weiter verschärft.

Forderungen und Widerstand

Die Bürgerinitiative Lebensraum Gurgltal – Außerfern – Mieminger Plateau hat sich klar positioniert und den sofortigen Stopp aller unumkehrbaren Schritte im Zusammenhang mit dem Fernpasspaket gefordert. Unterstützt wird diese Forderung durch die Tatsache, dass 94 % der Bevölkerung in Nassereith gegen den Ausbau sind. Nur die Gemeinde Tarrenz hat bislang einen Grundsatzbeschluss gegen den Ausbau gefasst. Die Initiative hat bereits tausende Unterschriften gegen die Maßnahmen gesammelt und fordert, dass alle Planungen und deren Auswirkungen vollständig offen gelegt werden.

Ein weiterer zentraler Punkt der Diskussion ist die geplante Einführung von Mautgebühren, die von der Bürgerinitiative abgelehnt werden. Zudem wird der Ausbau des Bahnverkehrs gefordert, während der Güterverkehr aktuell gestoppt wird. Die Bürgerinitiative plädiert für eine zweite Dosierampel, die den Verkehr bereits vor dem Grenztunnel Füssen drosseln soll. Statt auf Straßenausbau zu setzen, sollte die Verkehrsreduktion Priorität haben. So wird eine Reduktion des Schwerverkehrs auf maximal 250.000 Fahrten pro Jahr gefordert.

Umweltschutz und Lebensqualität

Die Auswirkungen des Fernpasspakets auf Umwelt und Lebensqualität sind besorgniserregend. Es wird kritisiert, dass für ein Maßnahmenpaket, dessen Kosten auf eine Milliarde Euro geschätzt werden, kein Umweltverträglichkeitsverfahren durchgeführt wird. Die vermuteten 100.000 LKW-Fahrten, die durch den Scheiteltunnel verursacht werden könnten, bleiben ebenfalls unerforscht. Experten weisen darauf hin, dass die Treibhausgas-Emissionen durch den Pkw-Verkehr seit 1995 gestiegen sind, trotz technischer Verbesserungen. Um eine echte Umwelt- und Klimaentlastung zu erreichen, sind umfassende und nachhaltige Maßnahmen nötig.

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Die Bürgerinitiative hat angekündigt, weitere Protestmaßnahmen durchzuführen, sollten die Verantwortlichen der Landesregierung nicht auf ihre Erklärung sowie auf die angedrohten Straßenblockaden reagieren. Der Druck wächst, und die Stimmen der Anwohner sind laut. Mobilität ist zwar wichtig für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, doch der Preis dafür könnte zu hoch sein. Das Zusammenspiel von Verkehr, Umwelt und Lebensqualität wird immer komplexer, und es bleibt abzuwarten, wie die Landesregierung auf diese berechtigten Anliegen reagieren wird.

Für mehr Informationen über die Bürgerinitiative und ihre Forderungen besuchen Sie die vollständige Erklärung hier.

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