Imst, eine charmante Stadt in Österreich, hat sich in den letzten fünf Jahren als wichtiger Ort für Lyrik etabliert. Seit der ersten Teilnahme am internationalen Lyrikfestival W:ORTE in 2015 hat das Festival viel an Bedeutung gewonnen. Initiiert als literarisches Forum in Innsbruck, ist es mittlerweile zu einem Netzwerk geworden, das Stimmen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen miteinander verbindet. Die Kuratoren Robert Renk, Gabi Wild und Siljarosa Schletterer haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schönheit und Vielfalt der Poesie zu präsentieren und zu feiern.

Das diesjährige Motto „Lyrik kann Klang“ bringt die klanglichen Qualitäten der Sprache ins Rampenlicht. Bei der Veranstaltung in der Stadtbühne traten mehrere bemerkenswerte Künstler auf. Die bosnische Autorin Selma Asotić, die Übersetzerin Rebekka Zeinzinger und der Schweizer Spoken-Word-Künstler Jurczok 1001 sorgten für einen Abend voller inspirierender Worte und Klänge. Siljarosa Schletterer moderierte die Veranstaltung und hob die Bedeutung des Zuhörens hervor – ein Aspekt, der oft in der heutigen, schnelllebigen Welt vernachlässigt wird.

Vielfalt der Stimmen

Asotić, 1992 in Sarajevo geboren und mittlerweile in den USA wohnhaft, stellte ihren Debütband „Sag Feuer“ vor, der in einer zweisprachigen Ausgabe veröffentlicht wurde. Ihre Gedichte thematisieren Kriegserfahrungen, familiäre Erinnerungen und lesbische Identität. Rebekka Zeinzinger, die ihre Gedichte ins Deutsche übersetzte, war ein entscheidender Teil dieses Prozesses. Asotić bemerkte, dass das Gefühl des Exils bereits in der eigenen Muttersprache beginnt und dass sich die sprachliche Zugehörigkeit im Laufe der Zeit verändert. Ihre Werke verbinden persönliche Erinnerungen mit kollektiven Erfahrungen, und sie glaubt nicht an eine einzige Muttersprache – eine faszinierende Perspektive, die das Publikum zum Nachdenken anregte.

Jurczok 1001, ein Pionier der Schweizer Spoken-Word-Szene, experimentierte mit Sprache, Rhythmus und Klang. Mit seinem Laptop als Instrument kombinierte er Literatur, Musik und Performance und betonte die politische Dimension seiner Arbeiten. Der Abend war nicht nur eine Feier der Sprache, sondern auch ein Appell, die Vielfalt zeitgenössischer Poesie und deren Ausdrucksformen zu würdigen. Es war ein eindrückliches Erlebnis, das die Zuhörer dazu einlud, aktiv zuzuhören und die unterschiedlichen Stimmen aufzunehmen.

Ein Blick auf das Programm

Das Lyrikfestival W:ORTE erstreckt sich über mehrere Tage und bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen. Am 02. Juni fand beispielsweise ein Poesie-Musik-Konzert mit Michael Fehr im Literaturhaus am Inn in Innsbruck statt. Die Live Lyrik Sprechstunde mit Siljarosa Schletterer folgte am 03. Juni in der Wagner’schen Buchhandlung. Die Eröffnungsfeier am 09. Juni in der Stadtbibliothek beinhaltete eine Rede zur Poesie und Lesungen von namhaften Dichtern wie Aleš Šteger und Yōko Tawada.

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Am 16. Juni war Imst wieder im Fokus, als W:ORTE mit Jurczok 1001 und Selma Asotić (unterstützt von Rebekka Zeinzinger) in der Stadtbühne stattfand. An diesem Abend wurde die Vielfalt und Stärke der Poesie erneut deutlich, mit einem Programm, das die Zuhörer in seinen Bann zog und zum Nachdenken anregte. Die Veranstaltungen sind Teil einer breiteren Initiative, die das Ziel hat, die Poesie in all ihren Formen zu feiern und zu fördern.

In einer Zeit, in der Worte oft flüchtig und vergänglich erscheinen, erweist sich das W:ORTE-Festival als eine wunderbare Gelegenheit, die Kraft der Sprache und der Poesie zu erleben. Um mehr über das Festival und die bevorstehenden Veranstaltungen zu erfahren, kann man die offizielle Webseite besuchen: lyrikfestival.com.

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