Heute ist der 28.04.2026 und in Imst fand ein bedeutender offizieller Festakt zur Zufriedenheit der Jägerschaft statt. Ehrengäste wie Bezirksjägermeister Klaus Ruetz, der Imster Bürgermeister Stefan Weirather, Bezirkshauptfrau Eva Loidhold, Landesjägermeister Anton Larcher sowie die Nationalratsabgeordnete Margreth Falkner und der Landtagsabgeordnete Jakob Wolf hielten Reden, die sich mit der positiven Abschusserfüllung, der umsichtigen Hege des Wildes und den anhaltenden Problemen mit Beutegreifern beschäftigten. Besonders Bezirksjägermeister Ruetz sprach über die Störungen des Wildes durch den Tourismus, wobei er die negativen Auswirkungen von Wanderern, Radfahrern und Freizeitsportlern auf die Wildtiere thematisierte. Er betonte auch, dass die Jägerschaft eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Wildbestände und der Vermeidung von Schäden spielt, da die Jagd der einzige Bereich im Naturraum ist, der streng reguliert wird.
Bezirkshauptfrau Eva Loidhold äußerte sich erfreut über die positiven Ergebnisse bei der Wildregulierung, die im Vergleich zum Landedurchschnitt überdurchschnittlich waren. Eine Steigerung bei allen Wildarten außer dem Rehwild wurde festgestellt, und sie dankte der Jägerschaft für ihren respektvollen Umgang mit den Wildtieren. Landesjägermeister Anton Larcher kritisierte radikale Tierschützer und deren vermeintliche Doppelzüngigkeit, während er auf die alarmierende Zahl von 968 gerissenen Nutztieren durch Wolf oder Bär im vergangenen Jahr hinwies. Zudem freute sich Eva Loidhold über die beeindruckende Anzahl von 1.788 Geweih- und Horntrophäen, die als Zeichen des Jagderfolgs zu werten sind. Der beste Hirsch des Jahres erreichte eine Punktzahl von 210,42 und wies ein Geweihgewicht von 8,15 Kilogramm auf, wobei er als Fallwild klassifiziert wurde.
Herausforderungen und Chancen der Jagd
Die Diskussion um die Jagd wird häufig von strittigen Positionen geprägt. Viele Jäger argumentieren, dass die Rückkehr von Wolf und Luchs in die heimischen Wälder eine funktionale Ersetzung dieser Beutegreifer erfordere, da diese Arten als ausgerottet gelten. In Nationalparks und Wildnisgebieten wird die Jagd fast flächendeckend praktiziert und als ein wichtiger Bestandteil des Wildtiermanagements im Naturschutz dargestellt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Hirsch- und Schweinebestände nicht durch Beutegreifer, sondern durch Nahrungsverfügbarkeit und Lebensraum reguliert werden. Jäger beeinflussen diese Ökofaktoren aktiv durch Fütterungen und den Anbau von Wildäckern, um ihre Jagderfolge zu steigern.
Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass die Jagd Stress bei Tieren verursachen kann, was zu einem erhöhten Stoffwechsel und einer gesteigerten Nahrungsaufnahme führt. Studien belegen, dass mehr Jagd und längere Jagdzeiten zu einem erhöhten Verbiss führen können. Bei Wildschweinen wurde sogar nachgewiesen, dass Jagd die Fruchtbarkeit erhöht. In Nordrhein-Westfalen übersteigt die Zahl der Jagdausübenden die potenzielle Zahl von Wolf und Luchs erheblich, was die Diskussion um die Notwendigkeit von Jagd und die Rolle der Jägerschaft weiter anheizt.
Ökologische und gesellschaftliche Dimensionen
Die Zahl der durch Jäger getöteten Hirsche, Rehe und Schweine hat sich seit den 1950er Jahren vervierfacht, ohne dass sich die Verbisssituation signifikant verbessert hat. Dies wirft Fragen auf bezüglich der Effizienz der Jagd als Managementinstrument. Der BUND NRW fordert daher eine Abschaffung des Jagdzweigs für alle Grundeigentümer und ein Jagdverbot in Naturschutzgebieten, eine Forderung, die im „ökologischen Jagdgesetz“ Nordrhein-Westfalens kaum Berücksichtigung fand. Diese Ansichten und Forderungen stehen im Kontrast zu den positiven Rückmeldungen, die die Jägerschaft in Imst erhält, und machen deutlich, wie komplex und vielschichtig die Diskussion um die Jagd in Österreich und darüber hinaus ist.