Die Gemeinde Birgitz setzt entschlossene Schritte zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Im Jahr 2019 wurde ein neuer Hochwasserbehälter gebaut und in Betrieb genommen, was den ersten Teil eines mehrjährigen Investitionsplans zur Sicherung der Trinkwasserreserven darstellt. Bürgermeister Markus Haid kündigt nun den nächsten Schritt an: Nach über drei Jahren werden die naturschutzrechtlichen, wasserrechtlichen und forstrechtlichen Bewilligungen erteilt. Geplant ist die Einspeisung weiterer Quelläste aus dem Gebiet rund um die Birgitzer Alm und Hüttenboden in das Ortsnetz.
Für die Umsetzung dieser Pläne sind umfangreiche Bauarbeiten erforderlich. Ca. zwei Kilometer Leitungslängen werden im Berg vergraben, Sammel- und Unterbrecherschächte werden erneuert und bestehende Quellschächte saniert. Das Investitionsvolumen für diesen Bauabschnitt beläuft sich auf über 1,5 Millionen Euro, und die Arbeiten sollen im Spätherbst 2026 abgeschlossen sein. Das Ziel dieser Maßnahmen ist eine Verdopplung der Schüttung an reinstem Trinkwasser im Hochbehälter. Bürgermeister Haid beschreibt die Herausforderungen, die sich durch die Behördengänge und die natürlichen Gegebenheiten ergeben.
Herausforderungen und Lösungen
Wassermeister Gerhard Abentung weist auf die zunehmenden längeren Trockenperioden und den unregelmäßigen Niederschlag hin, die die Trinkwasserversorgung erheblich beeinflussen. Die geplante Erweiterung der Trinkwasserversorgung soll Unregelmäßigkeiten ausgleichen und eine zuverlässige Wasserversorgung für die Zukunft gewährleisten. Ein geplanter Nebeneffekt dieser Maßnahmen ist die Möglichkeit, ein eigenes Trinkwasserkraftwerk zu errichten, das Strom für mehrere hundert Haushalte erzeugen könnte. Bestehende Quellfassungen werden neu abgedichtet, neue Quellen erschlossen und über neue Rohrleitungen in den Hochbehälter geleitet.
Diese Entwicklungen in Birgitz stehen im Kontext der Nationalen Wasserstrategie, die am 15.03.2023 im Bundeskabinett verabschiedet wurde. Diese Strategie legt die Grundlage für ein zukunftsfähiges Management der Wasserressourcen und den Schutz der Gewässer. Angesichts der Herausforderungen wie Klimawandel, Globalisierung und demografischer Wandel verfolgt die Strategie das Ziel eines nachhaltigen Umgangs mit Wasserressourcen bis 2050 und darüber hinaus. Langfristige Ziele sind unter anderem der Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser und die Unterstützung des natürlichen Wasserhaushalts.
Die Maßnahmen in Birgitz sind ein Beispiel für die praktische Umsetzung dieser Strategie auf lokaler Ebene. Mit 78 Maßnahmen des Aktionsprogramms, die bis 2030 schrittweise umgesetzt werden sollen, wird die Grundlage für eine nachhaltige Wasserwirtschaft geschaffen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, regionale Projekte zu fördern, um die Trinkwasserversorgung auch in Zeiten des Wandels sicherzustellen.