In der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck hat eine spannende Veranstaltungsreihe begonnen, die sich mit einem der drängendsten Themen unserer Zeit beschäftigt: der Care-Arbeit. Die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim hat betont, wie wichtig es ist, diese Themen in die Bezirke zu bringen. „Ohne Frauen läuft gar nichts“, so Yildirim. Das zeigt sich auch in der Tatsache, dass Frauen mehr unbezahlt arbeiten als Männer. Bei der Auftaktveranstaltung des „Care-Gipfels“ wurde deutlich, dass die Lebensrealitäten von Frauen und der Kampf um Gleichberechtigung mehr Aufmerksamkeit benötigen.

Die erste Station fand in Innsbruck statt, gefolgt von einem weiteren Event im Somweberhaus in Jenbach, organisiert in Zusammenarbeit mit der SPÖ Jenbach und der SPÖ im Bezirk Schwaz. Gemeinderat Patrick Fragner und Bezirksvorsitzende Klubobfrau Elisabeth Fleischanderl hießen die Anwesenden herzlich willkommen. Die Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss ergriff das Wort und beleuchtete die geringere Bewertung der Arbeit von Frauen, die letztlich auch wirtschaftliche Vorteile für die Volkswirtschaft auf Kosten der Frauen schafft. Eine Diskussion über die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung bei Männern für tatsächliche Veränderungen folgte.

Gender Care Gap: Ein Ungleichgewicht

Das Thema Care-Arbeit ist nicht nur lokal relevant, sondern hat auch eine größere Dimension. Frauen verbringen im Durchschnitt 43,4 Prozent mehr Zeit mit unbezahlter Sorgearbeit als Männer – ein Unterschied, der als Gender Care Gap bekannt ist. Laut aktuellen Studien verbringen Männer knapp 20 Stunden pro Woche mit diesen Aufgaben, während Frauen fast 29 Stunden aufwenden. Diese ungleiche Verteilung beeinträchtigt nicht nur die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Frauen, sondern zeigt auch, wie gesellschaftliche Rollenbilder historisch gewachsen sind und weiterhin bestehen bleiben.

Der Gender Care Gap beträgt aktuell 76 Minuten pro Tag. Dies wird in einer Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamtes (ZVE) erfasst. Der letzte Bericht wurde 2022 veröffentlicht und deckte auf, dass Frauen 81 Prozent der häuslichen Pflege in Tirol leisten. Diese Zahlen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Frauen stehen, und die Notwendigkeit, diese Themen in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu rücken.

Veranstaltungen und Diskussionen

Am Podium saßen neben Selma Yildirim auch die Leiterin des Opferschutzes bei lilawohnt, Kathrin Heiss, und Angelika Bader, Ärztin des Frauengesundheitszentrums Innsbruck. Auch die gf. ÖGB-Vorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied und Jenbacher Vizebürgermeister Christian Wirtenberger waren anwesend. Das Publikum beteiligte sich aktiv an der Diskussion und brachte eigene Erfahrungen ein. Es wurde über die Notwendigkeit einer breiteren gesellschaftlichen Verankerung des Themas gesprochen, um echte Veränderungen zu bewirken.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt, und es sind weitere Gipfel in anderen Bezirken geplant. Diese Initiative könnte ein entscheidender Schritt in Richtung einer gerechteren Verteilung von Care-Arbeit sein und dazu beitragen, dass die Stimmen der Frauen in der Gesellschaft lauter werden. Ein Ende des Gender Care Gaps könnte nicht nur für die Frauen selbst, sondern für die gesamte Gesellschaft von Vorteil sein.

Die Problematik der Care-Arbeit wird oft im Kontext heterosexueller Paare betrachtet. In lesbischen und schwulen Partnerschaften zeigt sich allerdings eine andere Verteilung. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Aufteilung der Sorgearbeit in homosexuellen Beziehungen gleichmäßiger ist, was interessante Perspektiven eröffnet. Dennoch bleibt auch hier die Frage, wie sich die Aufteilung in Familien mit Kindern gestaltet. Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse zukünftige Forschungen dazu liefern werden.

Die Diskussion um Gender Care Gap ist also nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern ein Thema, das viele Facetten hat und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten betrachtet werden muss. Der „Care-Gipfel“ in Innsbruck ist ein wichtiger Schritt, um diese Debatte anzustoßen und die Lebensrealitäten von Frauen sichtbar zu machen. Es bleibt spannend, welche Ergebnisse die kommenden Veranstaltungen bringen werden.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom und VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.