Im Innsbrucker Landhaus wurden kürzlich 117 ehrenamtliche Mitarbeiter aus 56 öffentlichen Büchereien in Tirol geehrt. Ein Moment, der nicht nur die Wertschätzung für das Engagement der Freiwilligen verdeutlichte, sondern auch die zentrale Rolle der Büchereien im kulturellen und sozialen Leben der Gemeinden unterstrich. Bildungslandesrätin Cornelia Hagele begrüßte die Anwesenden herzlich und hob hervor, wie wichtig das freiwillige Engagement in der Gesellschaft ist. Das Jahr 2026 wird sogar als das Jahr des Ehrenamts gefeiert – eine tolle Gelegenheit, um den unermüdlichen Einsatz dieser Menschen zu würdigen.
Die Ehrungen selbst sprachen Bände: Von 52 Personen, die seit über zehn Jahren tätig sind, bis hin zu zwei, die sich mehr als 50 Jahre lang für die Büchereien engagieren – das zeigt, wie tief verwurzelt die Ehrenamtlichen in der Gemeinschaft sind. Insgesamt tragen über 1.500 Freiwillige in 169 Büchereien dazu bei, dass mehr als 77.000 registrierte Nutzer Zugang zu rund 1,13 Millionen Medien haben. Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie zeigen auch, wie lebendig und wichtig die Büchereien in Tirol sind. Ganz klar: Diese Institutionen bieten weit mehr als nur Medienverleih; sie fördern den sozialen Austausch und stärken die Lesekompetenz in der Bevölkerung.
Ehrenamtliche in Tirol: Ein unverzichtbarer Teil der Gemeinschaft
Die Bedeutung der ehrenamtlichen Mitarbeiter kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie sind nicht nur das Rückgrat des Büchereiwesens, sondern auch zentrale Akteure in der Kultur- und Bildungslandschaft Tirols. Hagele betonte, dass das Land Tirol die Büchereien in verschiedenen Bereichen unterstützt, sei es bei der Ausbildung von Bibliotheksmitarbeitern, der Förderung von Literaturveranstaltungen oder der technischen Ausstattung. Das ist alles entscheidend, um die Angebote attraktiv und zeitgemäß zu halten.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht, wie aktiv die Büchereien in Tirol sind. Jährlich werden etwa 2,7 Millionen Entlehnungen verzeichnet – das sind eine Menge Bücher, die gelesen und Geschichten, die erzählt werden. Die Herausforderung, diese lebendigen Orte der Begegnung und des Lernens zu erhalten, wird durch die Unterstützung des Landes und das Engagement der Ehrenamtlichen deutlich. Sie schaffen Räume, in denen Kultur und Gemeinschaft blühen können.
Eine Tradition des Engagements
Freiwilligenarbeit hat in den Bibliotheken eine lange Tradition. Man könnte fast sagen, dass sie sich zu einem „dritten Ort“ entwickelt haben – einem Raum für soziale Interaktion, Lernen und gemeinschaftliche Veranstaltungen. Diese Entwicklung ist nicht nur für die Bibliotheken selbst wichtig, sondern auch für die gesamte Zivilgesellschaft. Bibliotheken unterstützen lokale Selbstorganisationsprozesse und arbeiten eng mit verschiedenen Akteuren zusammen, darunter Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros.
Engagement in und für Bibliotheken sollte allerdings nicht als Ersatz für hauptamtliches Personal betrachtet werden. Es ist wichtig, dass die Rahmenbedingungen für alle Beschäftigten stimmen, damit die Büchereien auch in Zukunft Orte bleiben, an denen Menschen zusammenkommen, lernen und sich austauschen. Die engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich in den Bibliotheken einbringen, sind oft auch in anderen Bereichen der Gesellschaft aktiv und tragen zur politischen und sozialen Stabilität bei.
In Tirol zeigt sich, wie stark Ehrenamt und Kultur miteinander verwoben sind. Die Auszeichnungen der letzten Tage sind nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, sondern auch ein Ansporn für zukünftige Generationen, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Ein herzliches Dankeschön an alle Ehrenamtlichen, die Tag für Tag ihr Bestes geben, um die Büchereien zu dem zu machen, was sie sind: lebendige Zentren des Wissens und der Begegnung.