In der idyllischen Landschaft Tirols wird eine oft übersehene Realität sichtbar: Kinder und Jugendliche, die sich um ihre erkrankten oder beeinträchtigten Angehörigen kümmern. Laut CareManagement Tirol gibt es in Österreich über 42.700 solcher „Young Carers“. Das sind mehr als drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen. In Tirol alleine sind schätzungsweise 4.500 Betroffene zu finden. Doch die Dunkelziffer könnte noch höher sein, da viele dieser jungen Pflegenden unerkannt bleiben.

Diese jungen Menschen übernehmen oft große Verantwortung im Haushalt, kümmern sich um Geschwister oder leisten Pflege- und Betreuungsarbeit für ihre Familienmitglieder. Die damit verbundene Belastung hat nicht nur Auswirkungen auf die körperliche, sondern auch auf die psychische Gesundheit. Auch die schulische und soziale Entwicklung kann darunter leiden. Um auf diese Herausforderung aufmerksam zu machen, fand am 29. Juni 2026 eine Informationsveranstaltung in Innsbruck statt, die vom CareManagement Tirol organisiert wurde.

Die Veranstaltung und ihre Ziele

Die Veranstaltung, die speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert wurde, die Angehörige pflegen oder betreuen, hatte das Ziel, Fachkräfte, Bildungseinrichtungen, Angehörige und Interessierte für die Lebensrealität dieser jungen Pflegenden zu sensibilisieren. Frau Landesrätin MMag.a Dr.in Cornelia Hagele eröffnete die Veranstaltung mit einer Ansprache, in der sie die Bedeutung der Sensibilisierung hervorhob. Oberarzt Dr. Klaus Kapelari informierte die Anwesenden in einem Fachvortrag über die gesundheitlichen Auswirkungen von Überforderung auf Kinder und Jugendliche, untermauert durch aktuelle Studien.

Besonders berührend war der Beitrag von Ines Stark, einer ehemaligen Young Carer und Vorstandsmitglied der HPE Tirol, die persönliche Erfahrungen teilte und Einblicke in das Leben junger pflegender Angehöriger bot. Sie informierte auch über die Arbeit der HPE Tirol sowie die Angebote der Young Carer Community Austria. Die Veranstaltung war ein Ort des Austauschs, der Impulse für Fachkräfte und Angehörige gab und zeigte, wie wichtig Unterstützung und frühzeitige Hilfsangebote für Young Carers sind.

Unterstützung für Young Carers

CareManagement Tirol bietet nicht nur Informationen, sondern auch kostenlose Beratung und individuelle Hilfestellung an. Das Ziel ist eine nachhaltige Entlastung im Alltag für betroffene Familien. Es ist essenziell, dass diese jungen Menschen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um ihre eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. Sie stehen oft vor Herausforderungen, die man sich kaum vorstellen kann. Angst um geliebte Personen, das Gefühl allein zu sein, und sogar eine Verschlechterung der schulischen Leistungen sind nur einige der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.

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Die Wichtigkeit der Unterstützung wird auch in anderen Ländern betont. In Deutschland gibt es schätzungsweise 480.000 Young Carers, wobei der Begriff dort zwar bekannt, aber noch nicht weit verbreitet ist. Die jüngsten Young Carer sind bereits drei Jahre alt und übernehmen oft eine Verantwortung, die weit über ihr Alter hinausgeht. Umso wichtiger sind Initiativen, die Informationen und Hilfe anbieten, wie zum Beispiel das Young Carer Magazin, das an Betroffene und ihre Eltern verteilt wird.

Es ist klar, dass die Herausforderungen, vor denen Young Carers stehen, ernst genommen werden müssen. Veranstaltungen wie die in Innsbruck sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber es braucht mehr Bewusstsein und Unterstützung für diese wertvollen jungen Menschen. Wer mehr über die Angebote des CareManagement Tirol erfahren möchte, findet weiterführende Informationen auf deren Webseite hier.

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