Rainer Gerzabek verabschiedet sich nach Jahrzehnten im Journalismus
In Innsbruck-Land gibt es einen Abschied, der in der journalistischen Welt nicht unbemerkt bleibt. Rainer Gerzabek, ein Name, der in der Tiroler Medienlandschaft seit Jahrzehnten fest verankert ist, verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand. Nach einer langen, bewegten Karriere reflektiert er über seine Erinnerungen und die vielen Stationen, die ihn geprägt haben. Von seinen Anfängen beim ORF bis hin zu seiner Zeit als Chefredakteur der Tiroler Landeszeitung hat Gerzabek stets für spannende Geschichten gesorgt.
Seine journalistische Laufbahn begann im Jahr 1976, als er als freier Mitarbeiter im ORF-Landesstudio Tirol und bei Ö3 in Wien eintrat. Zuvor hatte er am Reithmanngymnasium in Innsbruck die Matura abgelegt. Im Laufe der Jahre wurde er nicht nur ein geschätzter Redakteur, sondern auch ein wichtiger Akteur in der Öffentlichkeitsarbeit für das Land Tirol. Besonders hervorzuheben ist seine Rolle als Chefredakteur der Tiroler Landeszeitung, wo er 1989 zu den Gründungsredakteuren gehörte. Gerzabek bleibt jedoch nicht untätig: Er wird Chefredakteur des GÖD-Tirol-Magazins TirolBlick und plant, als Musikproduzent aktiv zu werden.
Ein engagierter Journalist mit Herz
Die journalistische Arbeit von Gerzabek war jedoch nicht nur von Routine geprägt. Bei der Lawinenkatastrophe von Galtür im Jahr 1999 war er der einzige Landes-Pressemann vor Ort. In einem der dramatischsten Lawinenwinter der Alpen, wo der Nordwind Triebschnee auf die Hänge oberhalb von Galtür wehte, war er als Mitglied der Landes-Einsatzleitung und Koordinator des Behörden-Einsatzjournals entscheidend beteiligt. Die extremen Schneemengen und die instabile Schneedecke führten zu einer Tragödie, die viele Menschenleben forderte. Am 23. Februar 1999, nach einer Reihe von schweren Stürmen, gab die Schneedecke nach und eine Lawine mit einer Schneemasse von 300.000 Tonnen fegte durch den Ortsteil Winkl, wobei über 50 Menschen verschüttet wurden.
Gerzabek erinnert sich an die hektischen Tage, als die Rettungseinsätze begonnen wurden. Über 200 Helfer mit Suchhunden und medizinischem Material kamen nach Galtür. Der Einsatz umfasste nicht nur lokale Kräfte, sondern auch internationale Unterstützung. Medienzentren wurden eingerichtet, um die Berichterstattung zu koordinieren und die Öffentlichkeit zu informieren. Gerzabek war mitten im Geschehen und berichtete von den Herausforderungen, die die Rettungsteams meistern mussten. Die Kommunikationsprobleme durch überlastete Telefonnetze und die ständigen Lawinenabgänge machten die Situation noch schwieriger.
Ein Leben voller Leidenschaft
Abseits des Journalismus hat Gerzabek auch eine Vorliebe für das Leben im Stubaital, wo er mit seiner Familie lebt. Zu seinen Hobbys zählen Wandern, Schwimmen und geselliges Beisammensein, oft bei einem guten Glas Wein oder Bier. Übrigens, seine Liebe zu Eichhörnchen und Koalabären ist ebenso bekannt wie sein kulinarischer Geschmack – Backhendl, Gulasch und Knödel stehen ganz oben auf seiner Liste der Favoriten.
Mit dem Blick auf die Zukunft plant Gerzabek, sein Wein-Hobby in einem Weingarten in St. Anna am Aigen zu pflegen. Dort will er mit Wein-Kollegen wie Barbara Eibinger-Miedl und Paul Pizzera zusammenarbeiten. Es ist ein neuer Lebensabschnitt, der mit neuen Herausforderungen und Abenteuern gefüllt sein wird.
Sein Abschied in die Pension wurde von Freunden und Wegbegleitern gebührend gefeiert. In diesen Momenten wurde ihm einmal mehr bewusst, wie viele Menschen er auf seinem Weg getroffen hat und wie sehr er die Zeit mit ihnen geschätzt hat. Rainer Gerzabek hinterlässt eine große Lücke in der Tiroler Medienlandschaft, aber seine Geschichten werden weiterhin nachhallen. Mehr dazu hier.
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