In Innsbruck, am 2. Juni 2026, fand eine feierliche Zeugnisverleihung für die 18 Teilnehmer:innen des Universitätskurses „Community Interpreting“ statt. Der Kurs, der von der Koordinationsstelle für universitäre Weiterbildung angeboten wurde, hat nicht nur praxisnahes Wissen vermittelt, sondern auch eine Plattform geschaffen, um der mehrsprachigen Verständigung und Chancengleichheit einen Schub zu geben. Es ist beeindruckend, wie viel Herzblut in diesem Lehrgang steckt!
Der Lehrgang deckte essentielle Bereiche wie Gesundheit, Soziales, Bildung und öffentliche Institutionen ab. Das Sprachportfolio umfasste eine bunte Mischung an Sprachen: Arabisch, Türkisch, Kurdisch (Kurmandschi), Spanisch, Somali, BKMS und Thai. Die wissenschaftlichen Leiterinnen MMag. Katharina Redl und MMag. Maria Oberhofer, unterstützt von Prof. Martina Behr vom Institut für Translationswissenschaft, haben sich intensiv um die Ausbildung der Teilnehmenden gekümmert. Externe Referent:innen aus der Praxis, darunter Vertreter:innen von Ankyra, BBU und dem Fachteam UMF, bereicherten den Kurs mit wertvollen Einblicken.
Die Rolle des Community Interpreting
Community Interpreting, das ist mehr als nur schnödes Dolmetschen – es ist eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Volksstämmen, die seit Jahrtausenden gebaut wird. In Zeiten, in denen die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland und Europa steigt, wird die Bedeutung dieser Form der Sprachmittlung umso deutlicher. Flüchtlinge benötigen nicht nur Unterkunft und Verpflegung, sondern auch eine Stimme, die sie in medizinischen und sozialen Angelegenheiten unterstützt. Hier kommen die Community Interpreter ins Spiel!
Die Qualität der medizinischen Versorgung von Migranten hängt maßgeblich von der Verständigung zwischen Arzt und Patient ab. Ein Seminar, das verschiedene Aspekte des Dolmetschens im Gesundheitswesen behandelt, zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Ausbildung in diesem Bereich ist. Es geht um allgemeine Begriffe, erforderliche Kompetenzen, persönliche und berufliche Eignung und sogar um den Umgang mit Stress und psychischen Belastungen. Rechtliche Grundlagen werden ebenfalls thematisiert, um sicherzustellen, dass sowohl Dolmetscher:innen als auch die Klienten gut informiert sind.
Herausforderungen und Chancen
Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Viele Migranten verzichten auf präventiv-medizinische Angebote, haben oft keinen Zugang zu Nachsorge und leiden unter lückenhafter Behandlung chronischer Krankheiten. Die Teilnahme an Reha-Maßnahmen ist häufig eine Seltenheit. Hier ist der Einsatz von qualifizierten Fachkräften im Gegensatz zu Laien als Dolmetscher entscheidend. Das Seminar, das von Irina Hobbensiefken, einer erfahrenen Dolmetscherin im medizinischen Bereich, geleitet wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es sensibilisiert für die speziellen Anforderungen, die an Community Interpreter gestellt werden.
Die Absolvent:innen des Kurses „Community Interpreting“ sind nun bestens vorbereitet, um in dieser wichtigen Rolle aktiv zu werden. Ihr Engagement wird nicht nur die Verständigung fördern, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration leisten. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Arbeit in Zukunft noch stärker gewürdigt wird. Die Zeugnisverleihung war ein schöner Moment, aber die wirkliche Arbeit beginnt jetzt – und das ist erst der Anfang!
