Sportliche Vorfreude und persönliche Kämpfe: Andreas Wassners Weg mit Multiple Sklerose
Heute ist der 8.06.2026 und in Kitzbühel geht es sportlich zur Sache. Österreichs Nationalteam bereitet sich im sonnigen Santa Barbara auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft vor. Die Stimmung im Team ist optimistisch, schließlich gab es in der Qualifikation und den Testspielen überzeugende Leistungen. Die Vorfreude auf das große Event ist spürbar, und die Fans halten sich über WM-Wetten und Fußballwetten auf dem Laufenden – Informationen dazu sind überall verfügbar.
Doch nicht nur die Fußballwelt dreht sich hier. Ein ganz anderer, aber nicht weniger bewegender Aspekt kommt durch die Geschichte von Andreas Wassner ins Spiel. Der 43-Jährige lebt seit 2003 mit der Diagnose Multiple Sklerose, die ihm bei einer MRT-Untersuchung gestellt wurde. Er beschreibt seine erste Reaktion auf die Diagnose als überwältigend und negativ – ein Gefühl, das wohl viele Betroffene nachvollziehen können. Doch Wassner hat nicht aufgegeben. Im REHA Zentrum Münster fand er Unterstützung und neue Perspektiven. Dort lernte er, dass Bewegung und Training positive Effekte auf den Verlauf der Krankheit haben können.
Sport und Multiple Sklerose
Der Ansatz, dass Bewegung nicht mehr als negativ für geschädigte Strukturen angesehen wird, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Es wird sogar als wichtig erachtet, individuell abgestimmtes Training zu entwickeln, das die Alltagsaktivitäten unterstützt. Wassner hat diesen Weg eingeschlagen. Er weiß, dass MS als „Krankheit der 1000 Gesichter“ bezeichnet wird, was bedeutet, dass jeder Patient unterschiedliche Bedürfnisse hat. Aspekte wie Allgemeinzustand, Mobilität und Gangsicherheit spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Die Klinik Pirawarth hat positive Erfahrungen mit Krafttraining gemacht, und Studien zeigen, dass auch bei MS-Patienten Kraftzuwächse möglich sind. Besonders Patienten mit chronisch progredienter Verlaufsform sprechen besser auf Training an. Für Wassner ist das ein Lichtblick – er hat sich mit gezieltem Training, das auf seine individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmt ist, neue Ziele gesetzt. Und das Wichtigste: Der Spaß an der Bewegung ist zurückgekehrt.
Das Training sollte dabei nicht überfordern. Häufige, kurze Einheiten sind effektiver als lange, seltene. Bei Wassners Training geht es nicht nur darum, fit zu werden, sondern auch darum, die Lebensqualität zu steigern. Der Hitzefaktor beim Terraintraining muss beachtet werden, und auch die Belastungsnormen sind entscheidend. Niedrige Intensität und mittlere Belastung sind ideal, um Überlastung zu vermeiden und die Freude an der Bewegung zu fördern.
In Kitzbühel, wo das Fußballteam sich auf das große Event vorbereitet, wird deutlich: Sport verbindet – egal, ob im Team oder individuell. Wassners Weg ist ein Beispiel dafür, wie man gegen Widrigkeiten ankämpfen kann. Und während die Fußballer sich auf den Rasen vorbereiten, zeigen Menschen wie Andreas, dass auch im Leben nach einer schweren Diagnose neue Perspektiven und Hoffnungen entstehen können. MeinBezirk Tirol bleibt dabei am Puls der Zeit und bietet über einen WhatsApp-Kanal aktuelle Nachrichten und Updates aus der Region an – damit niemand etwas verpasst.
