In Landeck tut sich was! Die Donau Chemie plant eine Maschinenoptimierung im Kraftwerk Wiesberg, und das wird nicht nur die Produktion beeinflussen, sondern auch die gesamte Region. Ziel ist es, das Kraftwerk in das Landecker Fernwärmenetz zu integrieren. Werksleiter DI Kurt Pachinger zeigt sich optimistisch, was die Zusammenarbeit mit dem Fernwärmenetz angeht. Die Donau Chemie möchte vor allem als Wärmelieferant auftreten und hat dafür einige interessante Ansätze parat.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Abwärme, die sich leicht abgreifen lässt. Diese kommt von verschiedenen Stellen im Betrieb, wie etwa dem Ofendeckel, den Kontaktbacken des Karbidofens und der Abstichschnauze. Hier wird also effektiv genutzt, was sonst verloren gehen würde. Aber nicht nur die Donau Chemie ist am Wärmegeschäft interessiert. Auch die Messer Austria GmbH könnte als potenzieller Wärmelieferant ins Spiel kommen. Sie filtern CO2 aus der Abluft der Donau Chemie und erzeugen Wärme durch eine Gastherme sowie durch die Kühlung des CO2 zur Verflüssigung. Prokurist DI (FH) Mathias Heßler von Messer Austria unterstützt das Projekt, was die Sache noch spannender macht.

Wärme für viele Haushalte

Die Wärme, die hier entsteht, kann für etwa 3.000 Haushalte genutzt werden, was doch eine ziemlich beeindruckende Zahl ist! Vizebürgermeister Ing. Mag. (FH) Thomas Hittler ist ebenfalls in das Projekt involviert und betont, wie wichtig es ist, die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erreichen. Gespräche mit dem Fernheizwerk in Zams als drittem Partner laufen bereits. Das könnte eine ganz neue Dimension für die Wärmeversorgung in der Region eröffnen.

Interessanterweise produziert die Donau Chemie im Januar und Februar kein Karbid, wodurch in diesen Monaten keine nutzbare Abwärme zur Verfügung steht. Dennoch wird ein Ausbau des Zammer Fernwärmenetzes nach Landeck in Betracht gezogen. Ein Grundkonzept existiert bereits, und weitere Gespräche mit Fachunternehmen sind in Planung. Auch eine mögliche Ausschreibung für das Projekt wird in Erwägung gezogen. Allerdings sind die Kosten für die nötige Infrastruktur, sprich die Fernwärmeleitungen, nicht zu unterschätzen. Hier wird mit hohen Ausgaben gerechnet, und die Amortisationszeit wird auf 30 bis 50 Jahre geschätzt. Das hängt natürlich auch von der Nachfrage und den Kosten für die Wärmeabnehmer ab.

Die Wärmewende im Fokus

Das Projekt in Landeck fügt sich in einen größeren Kontext ein: die Wärmewende. Die Kommunen können durch die Kommunale Wärmeplanung (KWP) und die Vorbildfunktion öffentlicher Liegenschaften viel bewegen. KWP ist ein strategisches Planungsinstrument, um die Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme umzustellen. Auch die Bundesregierung hat verschiedene regulatorische Instrumente und zahlreiche Förderprogramme zur Dekarbonisierung der Wärme ins Leben gerufen. Die nationalen Klimaschutzziele sind im Bundes-Klimaschutzgesetz fest verankert, wobei der Gebäudebestand bis 2045 treibhausgasneutral werden soll.

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Es wird also viel unternommen, um den Wärmeverbrauch und die Wärmeversorgung zu transformieren. Auf europäischer Ebene gibt es bereits Regularien und Gesetzesinitiativen wie die Renewable Energy Directive III und die Energy Efficiency Directive, die die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stellen. Insofern ist das, was in Landeck geschieht, nicht nur ein lokales Projekt, sondern ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für ganz Österreich und darüber hinaus. Wer weiß, vielleicht wird Landeck bald als Vorzeigeregion für nachhaltige Wärmeversorgung gelten!

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