Heute, am 7. Mai 2026, ist ein ganz besonderer Tag in Osttirol. Hier wird gefeiert, denn die persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderungen gibt es nun schon seit 15 Jahren. Was für eine Zeit! In dieser Zeit wurden rund 40.000 Assistenzstunden pro Jahr geleistet. Das ist nicht nur eine Zahl, das sind unzählige Momente, in denen Menschen Unterstützung erhalten haben, um ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Bei der Pressekonferenz zur Jubiläumsfeier sind unter anderem Mag. Lisa Kröll und Christian Prast anwesend – ein Zeichen dafür, wie wichtig dieses Thema ist.
Die Tiroler Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen, „Selbstbestimmt Leben“, hat in dieser Zeit eine Schlüsselrolle eingenommen. Seit der Eröffnung des Büros in der Amlacherstraße 12 in Lienz vor fünf Jahren hat sich viel getan. Aktuell sind 44 Assistentinnen und 5 Assistenten in Osttirol beschäftigt, die insgesamt 66 Assistenznehmer:innen betreuen. In den Anfangsjahren, konkret im ersten Jahr 2011, wurden noch 9.300 Assistenzstunden geleistet – ein kleiner Anfang, der sich über die Jahre enorm gesteigert hat. Seit 2021 bleibt die Zahl konstant bei 40.000 Stunden jährlich. Das zeigt, wie wichtig die persönliche Assistenz für die Menschen hier ist.
Ein Weg zur Selbstbestimmung
Persönliche Assistenz ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, selbstbestimmt zu leben. Das ist nicht einfach nur ein Schlagwort, sondern eine Lebensweise, die viele Menschen in Osttirol ergreifen können. Die Assistenten sind keine klassischen Pflegekräfte; eine spezielle Ausbildung ist nicht erforderlich. Wichtig sind Reflexionsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, Anleitung zu geben. Das bedeutet, dass die Assistenten nicht nur Unterstützung leisten, sondern auch dazu beitragen, dass ihre Schützlinge selbstständig handeln können. Laufende Schulungen und Fortbildungen sind für die Assistenten ebenfalls ein fester Bestandteil, damit sie immer auf dem neuesten Stand sind.
Diese Art der Unterstützung orientiert sich an den Grundsätzen der Independent Living Bewegung. Ein Konzept, das nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt. Dort trat 2017 das Bundesteilhabegesetz in Kraft, das ebenfalls darauf abzielt, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft zu verbessern. Harry Hieb, ein Diplom-Physiker und Softwarearchitekt bei AIRBUS, hat durch seine eigene Behinderung erfahren, wie wichtig eine gerechte Regelung ist. Die Einkommens- und Vermögensanrechnung aufgrund der benötigten Assistenz kann die Existenzsicherung beeinträchtigen. Das ist ein Thema, das auch in Osttirol Relevanz hat.
Finanzierung und Selbstbehalt
Die Finanzierung der persönlichen Assistenz in Tirol erfolgt nach dem Teilhabegesetz. Das bedeutet, dass Assistenznehmer:innen je nach Einkommen und Pflegestufe einen Selbstbehalt leisten müssen. Das klingt vielleicht kompliziert, aber es ist ein Schritt zur Sicherstellung, dass diese wertvolle Unterstützung auch tatsächlich funktioniert. Es ist eine Herausforderung, die jeder für sich individuell meistern muss, um in den Genuss dieser wichtigen Hilfe zu kommen.
Die Entwicklung der persönlichen Assistenz in Osttirol ist ein großartiges Beispiel dafür, wie vielschichtig und wichtig die Unterstützung für Menschen mit Behinderungen ist. Es geht um viel mehr als nur um Assistenzstunden – es geht um die Möglichkeit, selbstbestimmt zu leben, die Gesellschaft aktiv zu gestalten und die eigenen Träume zu verwirklichen. Ein herzlicher Glückwunsch an alle, die an dieser positiven Entwicklung beteiligt sind!
Wer mehr über die Jubiläumsfeier und die persönliche Assistenz erfahren möchte, kann sich auf der Webseite von Osttirol Heute informieren.