Abenteuer und Erkenntnisse: Schüler erkunden die Auswirkungen des Klimawandels am Großglockner
Am 29. und 30. Juni 2026 erlebten zehn Schülerinnen und Schüler des BG/BRG Lienz ein ganz besonderes Abenteuer im Rahmen des MINT-Projekts „Auswirkungen des Klimawandels auf Österreichs Gletscherlandschaft“. Das Ziel? Der majestätische Großglockner, mit stolzen 3.798 Metern der höchste Berg Österreichs. Mit Bergführern des Alpinkompetenzzentrums und Kalser Bergführer ging es auf zur Stüdlhütte, wo die Gruppe lehrreiche Stunden am Teischnitzkees verbrachte. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis, das die Jugendlichen nicht nur mit der Schönheit der Natur, sondern auch mit den Herausforderungen des Klimawandels konfrontierte.
Der Rückgang der Gletscher, die Veränderungen der Landschaft und die Herausforderungen für den alpinen Tourismus wurden hautnah erlebt. Praktische Erfahrungen, wie das Abseilen in eine Gletscherspalte, ließen die Herzen der jungen Abenteurer höher schlagen. Am zweiten Tag startete die Gruppe um 5.00 Uhr früh von der Stüdlhütte – ein gewagter Aufbruch! Der erste Halt war die Adlersruhe, bevor es dann weiter zum Gipfel ging. Und tatsächlich, bei traumhaften Bedingungen wurde der Gipfelsieg erreicht. Nach zwei Tagen voller Eindrücke und Anstrengungen endete die Exkursion mit dem Abstieg zum Lucknerhaus, wo die Erlebnisse sicher noch lange nachwirken werden.
Die Auswirkungen des Klimawandels
Der Rückgang der Gletscher ist nicht nur ein Thema für Wissenschaftler. Die Bergwelt ist ein empfindlicher Lebensraum, der stark vom Klimawandel betroffen ist. Die Schülerinnen und Schüler konnten beobachten, wie Veränderungen im Klima die Vegetationsperioden, den Wasserhaushalt, die Schneegrenze und die Gletscher beeinflussen. Noch dazu: Extremwetterereignisse nehmen zu, was auch die Alpen nicht verschont. Wärmere Luft kann mehr Wasser aufnehmen, was zu mehr Regen statt Schnee führt – und das hat fatale Folgen.
Die Folgen sind spürbar. In den wärmeren und nasseren Frühjahren fließt der Schnee schneller ab, was Hochwasser verursacht. Zudem steigt die Gefahr von Nassschnee-Lawinen und Muren. Muren können durch aufgeweichte Böden, oft durch intensive Almbewirtschaftung, ausgelöst werden. Ein gesunder Schutzwald könnte Muren zwar verhindern, doch viele Bäume in den Alpen sind bereits stark geschädigt. Starkregenereignisse nehmen zu, und damit auch die Gefahr von Murenabgängen.
Ein Blick in die Zukunft
Gletscher und Permafrostböden in den Alpen schmelzen unaufhörlich, und die Glaziologen sind sich einig: In den nächsten 10 bis 20 Jahren könnte das vollständige Abschmelzen der Gletscher Realität werden. Ein schockierender Gedanke! In Bayern gibt es noch vier Gletscher, doch selbst der Südliche Schneeferner hat seinen Status als Gletscher verloren und ist seither stark geschrumpft. So viel Schönheit, die in Gefahr ist.
Die Exkursion der Schülerinnen und Schüler war also nicht nur ein Abenteuer in luftigen Höhen, sondern auch ein Weckruf. Es ist dringend notwendig, die Veränderungen und deren Auswirkungen ernst zu nehmen. Der Klimawandel betrifft uns alle – und die Alpen sind dabei nur ein Teil des großen Ganzen. Weitere Informationen zu diesem Thema findet man unter Bund Naturschutz. Wer weiß, vielleicht inspiriert dieses Erlebnis die jungen Leute dazu, sich für den Schutz unserer Umwelt einzusetzen.
Redaktion und Fotos: BG/BRG Lienz
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