Heute ist der 4.05.2026 und wir blicken auf die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt in Tirol, insbesondere hier in Osttirol. Die Zahlen sind ein wenig durchwachsen, und man könnte sagen, es ist eine Art gemischtes Bild. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen in Tirol um fast 3 Prozent gestiegen. Ende April waren mehr als 21.600 Personen in Tirol arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 2,7 Prozent entspricht. Tirol liegt damit im österreichweiten Durchschnitt. Der Blick auf die Arbeitslosenquote in Tirol, die unter 6 Prozent bleibt, gibt jedoch Anlass zur Hoffnung auf einen stabilen Arbeitsmarkt.

Sabine Platzer-Werlberger, die Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, hat sich zu der Lage geäußert. Sie sieht den Arbeitsmarkt als robust, weist aber auch auf eine wirtschaftliche Stagnation hin, die seit über zwei Jahren anhält. Geopolitische Unsicherheiten tragen zusätzlich zur Unsicherheit bei. In Osttirol ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleich geblieben. Rund 1.130 Personen sind beim AMS Lienz arbeitslos gemeldet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft vor allem jüngere Menschen und solche mit gesundheitlichen Einschränkungen. Dies ist natürlich besonders bedenklich, wenn man bedenkt, dass beim AMS Lienz derzeit fast 700 offene Stellen gemeldet sind, die meisten davon sofort verfügbar. Zudem gibt es über 100 freie Lehrstellen, die ebenfalls auf Interessierte warten.

Ein Blick auf die Details

Wenn wir unseren Blick weiter nach Tirol weiten, dann sehen wir, dass am 30. April 2026 insgesamt 21.639 Personen arbeitslos vorgemerkt waren – ein Anstieg um 569 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Besonders interessant ist, dass 71,9 % dieser Personen seit weniger als drei Monaten arbeitslos sind. Das bedeutet, dass viele von ihnen vielleicht schon bald wieder in den Arbeitsmarkt eintreten könnten. Fast 40,7 % haben sogar bereits eine Einstellzusage von einem Betrieb! Allerdings waren 38,9 % zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt, was auf die Herausforderungen in diesen Sektoren hinweist.

Österreichweit sind 320.316 Menschen arbeitslos vorgemerkt, auch hier ein Anstieg um 2,7 %. Die Arbeitslosenquote in Tirol beträgt 5,8 % und bleibt stabil im Vergleich zum Vorjahr. Leider gibt es auch einen Anstieg der Langzeitbeschäftigungslosigkeit in Tirol, die jetzt bei 2.353 Personen liegt – ein Anstieg von 17,4 %. Unter diesen Langzeitbeschäftigungslosen haben über die Hälfte gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung. Und auch der Bildungsgrad spielt eine Rolle: 51,5 % verfügen nur über einen Pflichtschulabschluss.

Die Situation der Geschlechter

Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Vergleich der Geschlechter. Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Frauen ist um 4,8 % auf 11.151 gestiegen, während bei den Männern ein minimaler Anstieg von 0,5 % auf 10.488 zu verzeichnen ist. Die Arbeitslosenquote für Frauen liegt bei 6,3 %, während Männer bei 5,4 % stehen. Einige Bezirke in Tirol haben besonders hohe Anstiege der Langzeitbeschäftigungslosigkeit erlebt. Im Bezirk Innsbruck Stadt/Land liegt dieser Anteil bei 20,2 %, während er in Landeck nur bei 0,9 % beträgt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Besonders alarmierend ist, dass die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren um 6,9 % gestiegen ist. Dies könnte auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen sein, einschließlich der Herausforderungen, die junge Menschen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt haben. Auch die Arbeitslosigkeit bei Menschen aus Drittstaaten ist um 5,4 % gestiegen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, gezielte Maßnahmen für diese Gruppen zu entwickeln.

Ein Lichtblick ist jedoch, dass die Anzahl der offenen Stellen beim AMS Tirol mit 6.526 zwar einen Rückgang um 4,9 % verzeichnet, die Anzahl der offenen Lehrstellen in Tirol jedoch um 9,1 % auf 1.165 gestiegen ist. Und die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist um 5,9 % auf 396 gestiegen – das zeigt, dass es auch Chancen gibt, die ergriffen werden können.